Indispensable IndoorIndie-Festival am 04./05.06.2004 in der Garage Pankow

Tolle Location, nette Menschen, coole Bands: Zwei schöne Abende im Zeichen anspruchsvoller Indie-Sounds.

Vor eineinhalb Wochen ging die dritte Auflage eines Festivals über die Bühne, das auf dem besten Wege ist, sich im leicht unübersichtlichen Dickicht Berliner Indie-Veranstaltungen zu behaupten und sich in der Tat unentbehrlich (indispensable) zu machen.
Bereits um einiges professioneller und größer besetzt als in den vergangenen Jahren, setzten die Veranstalter auch diesmal wieder auf ein äußerst geschmackvolles Line-up für Liebhaber von anspruchsvollem gitarrenlastigen und elektronisch angehauchtem Indierock unter besonderer Berücksichtigung recht zahlreicher Berliner Local Heroes wie u.a. MASONNE (ex DAS ZUCKENDE VAKUUM), KATE MOSH, MOBILE oder CONTRIVA, angereichert mit anderen bekannten, mehr oder weniger etablierten Größen wie SOMETREE, SAMBA oder dem TOMTE-Vorsteher THEES UHLMANN. Glücklicherweise wurden aber auch Geheimtipps wie die polnischen KRISTEN (die bereits vor einiger Zeit in Berlin als Support von CHOKEBORE zu überzeugen wussten) oder die schwedischen LOGH keineswegs ausgespart, und auch bei diesen, eher unbekannten Bands sollte die Rechnung absolut aufgehen, fügten sie sich doch hervorragend ins stimmige Gesamtkonzept des Festivals.

Dass es am Freitagabend zum Festivalbeginn ausgerechnet wie aus Kübeln zu schütten begann, tat der angenehm entspannten Stimmung natürlich überhaupt keinen Abbruch, schließlich handelte es sich ja um ein Indoor-Festival. Aufgrund des sich zwischen den beiden Räumlichkeiten befindlichen und zum Zwecke des Bühnenwechsels zu überquerenden (Garagen-) Hofs mit Rasen, Grillstand, loungiger Sofa-Ecke und Merchandising-Stand sowie den unvermeidlichen, nach dem Defekt der Indoor-Toiletten aber essentiellen Dixie-Klos bot das Festival allerdings ansatzweise auch so etwas wie ein Open Air-Flair, das am Freitag mit dem niederprasselnden Regen eher weniger, am Samstag bei wesentlich besserem Wetter deutlich stärker zu Tage trat.

An beiden Abenden galt es, sich zu entscheiden, also ob man sich je nach Band lieber in den kleineren, Galerie genannten und mit schönem Holzboden versehenen Saal mit sympathischem Wohnzimmer-Charme und dementsprechend etwas zurückgenommenen und vermehrt postrockend elektronisch angehauchten Acts, zum eher lauten Indierock in den größeren Saal oder sich infolge der parallelen Ansetzungen auch zum durchaus interessanten, wenn auch etwas umständlichen und nicht wirklich befriedigenden Bühnen-Hopping aufmachen sollte.

Der (spätere) Freitagabend im großen Saal stand vornehmlich im Zeichen des energetischen Indierocks mit äußerst intensiven Auftritten von den Berliner Heroes MASONNE um die cool-charismatische Frontfrau TONIA und den die Verstärker zum Durchbrennen bringenden KATE MOSH (CONTRIVA halfen aus) sowie eines relaxten, instrumentalen Gitarren-Chill-Finales der charmanten CONTRIVA. Für einen fast besinnlichen Break sorgte zwischendurch TOMTE-Superstar THEES UHLMANN, der – für die vielen Mädels in den hinteren Reihen leider nur zu erahnen – sitzend zur Akustischen vorwiegend Songs des letzten TOMTE-Albums spielte, inkl. der Hits ‚Schreit den Namen Meiner Mutter‘ und ‚Die Schönheit der Chance‘.

Der Samstagabend brachte dann ebenfalls gelungene Performances von u.a. GASTON, den GRÄTENKINDERN, KLEZ_E sowie als besonderes Highlight den Auftritt der hierzulande weithin unbekannten Schweden von LOGH, die ein wirklich emotional-melodiöses und gefühlvolles Set mit wunderschönen Gitarrensounds absolvierten und so manchen zuvor etwas Gleichgültigen bzw. Unentschlossenen schnell vor die Bühne lockten.
Zu den alten Münsteraner Helden SAMBA, die mit Klassikern wie ‚Zuckerkick‘ oder dem brillanten ‚Route 66‘ und einigen Kostproben vom demnächst erscheinenden neuen Album begeisterten sowie den bereits im Vorjahr anwesenden SOMETREE aus Hannover, die zeitgleich zu den Berlinern MOBILE in der Galerie einen beeindruckenden und heftigst krachenden Emocore durch den Raum jagten und für einen herrlich infernalischen Abschluss sorgten, muss man ja ohnehin nicht mehr viel sagen. Das sind einfach grandiose Live-Bands.

Wie bereits am Freitag sollte der Heimweg danach natürlich noch lange nicht angetreten werden, lieber lauschte oder tanzte man noch weiter zu den indielastigen DJ- Klängen bis zum frühen Morgen.

Insgesamt bot das IndoorIndie-Festival in Pankow eine breite und unglaublich geschmackvolle Palette an interessanten Acts zwischen anspruchsvoller Indiegitarre und aufregender Elektronik in angenehmer Atmosphäre in einer wirklich tollen Location.
Hoffentlich kommt es im nächsten Jahr zur 4. Auflage dieses großartigen Festivals, es dürften alle wiederkommen.

http://www.garage-pankow.de

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