INTERPOL am 16.09.04 in der Maria am Ostbahnhof


Locker aus der Hüfte geschossen: Die New Yorker Postpunk-Waver servierten schmackhafte Appetizer ihres kommenden Albums in der ausverkauften Maria.

Wurden INTERPOL vor gut zwei Jahren – nicht ganz zu Recht – gerne in einem Atemzug mit anderen amerikanischen Bands der (damaligen) Stunde wie BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB oder gar THE STROKES genannt, wird man dieser Tage ob des offensichtlichen Postpunk/Wave-Retro-Bezugs um die unvermeidlichen Vergleiche mit den gegenwärtigen schottischen Höhenfliegern von FRANZ FERDINAND nicht umhin kommen, obwohl die Band um Sänger/Gitarrist PAUL BANKS ja mit ihrem fulminanten Debütalbum Turn On The Bright Lights bereits vor zwei Jahren Maßstäbe setzte und einen modernen Klassiker schuf.

Kein Wunder also, dass der Gig von der Kalkscheune in die größere Maria verlegt worden war, und auch dieser Club war einige Tage zuvor bereits restlos ausverkauft, was sicherlich als ein deutliches Indiz für die gespannte Erwartungshaltung insbesondere auch hinsichtlich des am 27.09.04 erscheinenden neuen Albums Antics zu werten war.
Die erwartungsfrohe Menge an Fans wartete geduldig, bis gegen kurz vor zehn die Protagonisten des Abends die Bühne betraten und die bereits zu diesem Zeitpunkt herrschende, spannungsgeladene Begeisterung mit der ihnen eigenen Coolness und sympathischen Zurückhaltung sichtlich genossen.

Wie gewohnt präsentierten sich die Bandmitglieder überwiegend mit Anzügen und Krawatten, Frontmann PAUL BANKS überraschte allerdings mit ungewohnt lässiger Langhaar-Mähne, übernahm die gelegentliche Kommunikation mit den Fans und faszinierte ansonsten in der Song-Performance mit seiner außergewöhnlichen, immer wieder an IAN CURTIS von JOY DIVISION erinnernden Stimme, während Bassist CARLOS D., der ganz Agenten-like mit engem Pistolenhalfter und wie immer akkurat gegelt und geschminkt (als wäre er kurz zuvor dem legendären Mensch Maschine-Cover von Kraftwerk entstiegen) sich des Öfteren zum Verstärker neben den meist tief in seine Gitarrenarbeit versunkenen Gitarristen DANIEL KESSLER bewegte und für etwas Bewegung auf der Bühne sorgte.

Natürlich wurden neben älteren Stücken wie ‚Obstacle 1‘, ‚PDA‘ oder dem überirdisch schönen ‚Leif Erikson‘ vom Debütalbum in etwa zu gleichen Teilen einige – ungemein vielversprechende – Songs vom kommenden Album präsentiert, die vielleicht eine Spur düsterer und sperriger anmuteten, sich insgesamt aber wie die aktuelle Single ‚Slow Hands‘ nahtlos in den Reigen dieser faszinierenden Melange aus stürmisch-energetischem Postpunk und gefühlvollem Gitarrenwave einreihten.
Nach einer knappen Stunde verließen INTERPOL unter frenetischem Beifall die Bühne, kehrten für die beiden Zugaben ‚Stella Was A Diver And She Was Always Down‘ und das abschließende ‚Roland‘ nochmals zurück, um einen konzentrierten, aber jederzeit ebenso lockeren und leidenschaftlichen Gig zu beenden, der die Wartezeit aufs neue Album angenehm verkürzte.

http://www.interpolnyc.com
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Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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