Interview mit LO FAT ORCHESTRA


Das Schaffhausener Trio über sein neues Album, das Leben zwischen Rock’n’Roll und Bourgeoisie sowie ausgelatschte Klischees zum deutsch-schweizerischen Verhältnis.


popmonitor.berlin: Ihr seid drei durchaus ansehnliche junger Männer – keiner von Euch scheint eine Diät nötig zu haben. Wie kommt’s, dass Ihr Euch ausgerechnet LO FAT ORCHESTRA nennt? Zu viel Schweizer Schokolade gegessen?
Stan: Dankeschön. ‚Lo‘ von ‚lo-fi‘, da wir nicht gerade über ein high-end Line-up verfügen, ‚Fat‘, weil’s trotzdem fett sein sollte und ‚Orchestra‘, weil wir so viele Leute in der Band sind.
Dan: Oh danke, ich würde aber trotzdem gerne 5 Kilo weniger um die Hüften haben. Schweizer Schokolade schmeckt im Gegensatz zum Schweizer Bier wirklich sehr lecker.
Chrisi: Wie findest du den Namen? ist er ok? Sehen wir krank aus? Sollen wir uns umbennen? Haben wir wieder mal nichts studiert? Ach….

Neben Eurem Musikerdasein geht Ihr alle tagsüber einem anständigen Beruf nach. Nie daran gedacht, alles auf eine Karte zu setzen und hauptberuflich Musik zu machen?
Dan: Ich bin Krankenschwester, Stan war mal Krankenschwester und Chrisi arbeitet beim Radio. Hätten wir die Möglichkeit, daran etwas zu ändern, so würden wir mit Sicherheit darüber nachdenken. Aber letztendlich ist es doch schon mal schön, seine Platten bei einem anständigen Label veröffentlichen zu können. Machen wir uns nichts vor: Wenn du heutzutage von der Musik leben willst, dann musst du auch richtige Scheißmusik machen, und dazu ist keiner von uns bereit!
Stan: Von der Musik leben, hmm… also ich persönlich habe mir das schon überlegt, aber es blieb dann definitiv auch bei einer vagen Überlegung. Man sollte ja aber auch niemals nie sagen, oder? Meinen anständigen Beruf in einer kantonalen Psychiatrie habe ich gekündigt und studiere seit dem an der Zürcher Hochschule der Künste Fotografie. Deshalb bin ich demnächst wahrscheinlich so schlank wie unser Organist.
Chrisi: Eigentlich noch nie, nein. Wäre schön. Wahrscheinlich. Ich bin Kunststudent irgendwie…..

Fünf Jahre LO FAT ORCHESTRA, was hat sich für Euch musikalisch in dieser Zeit verändert? Seid Ihr mit den Jahren ruhiger geworden, sind die wilden Jahre vorbei?
Chrisi: Nein, es ist alles noch wie früher.
Stan: Naja, wir waren ja schon vor fünf Jahren nicht mehr sechzehn, aber so wie ich das alles in letzter Zeit beobachte, fangen die wilden Zeiten gerade erst an.
Dan: Da hat Stan absolut recht.

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