Interview mit UNDERWATER SLEEPING SOCIETY


Mehr Bäume und mehr Umarmungen, das ist es also, was finnische Rocker wollen!



Sie haben einen langen Bandnamen, kommen aus dem hohen Norden und sehen so aus, als könnten sie gleichzeitig einhändig einen Baumstamm ausreißen und nebenher mir nichts, dir nichts ein paar richtig gute Songs komponieren. Mit ihren neuen Album The Dead Vegas sind UNDERWATER SLEEPING SOCIETY auf der diesjährigen Popkomm vertreten. Für uns ein guter Anlass, uns mit Gitarrist und Gründungsmitglied Tomi Tiittanen zu unterhalten und in das Unterwasserimperium der Finnen einzutauchen.

popmonitor.berlin:“UNDERWATER SLEEPING SOCIETY“ klingt eher nach einem Mysterythriller als nach einem Bandnamen. Was hat es damit auf sich?
Toni: Am Anfang unserer Karriere hatten wir ziemliche Probleme damit, einen passenden Namen für unsere Band zu finden. Also haben wir einen Kompromiss gefunden (und meiner bescheidenen Meinung nach ist das ein ganz schön langer Name…). Ich habe eigentlich keine Ahnung, ob dahinter irgendeine geheime Bedeutung steckt – aber vielleicht ja Du?

Wie unterscheidet sich Euer neues Album The Dead Vegas von den zwei Vorgängeralben?
Die Songs sind besser und die Strukturen einfacher als auf den ersten beiden Alben. Außerdem haben wir die Aufnahmen ziemlich gut hinbekommen. Manchmal ist es so, dass die Songs zu viel live gespielt werden, und man dann dieses gewisse „Feeling“ nicht mehr auf Band einfangen kann. Wir sind als Band gewachsen und hören mehr aufeinander, als wir das früher gemacht haben.

Woher holt Ihr Eure Inspiration? Welche anderen Musiker sind wichtig für Euch? Und wie seht Ihr das Verhältnis von Melodie versus Text?
Wir haben eine ziemlich große Schnittmenge an Bands, die wir alle mögen…da muss ich jetzt aber aufpassen… aber ich glaube, The Flaming Lips und Pink Floyd gehören zu den Bands, die alle von uns verehren. Momentan stehe ich total auf Frank Zappa und andere Klassiker. Es gibt so viele neue Bands zur Zeit, das überfordert mich ein bisschen, daher schaue ich eher in die Vergangenheit.
Für mich ist die Melodie das, was am meisten zählt, aber wenn man gute Lyrics mit einer guten Melodie zusammenbringt, dann hat man einen echten Killersong. Ich mag die Lyrics von Okko (Sänger Okko Nieminen, Anm. d. Red.) sehr!

Was hältst Du von der finnischen und skandinavischen Musikszene?
Die finnnische Indie- und Alternativ-Szene ist toll… es gibt viele gute und einzigartige Bands. Über die skandinavische Szene weiß ich so gut wie nichts…

Ihr spielt bald in einem Popkomm-Showcase. Seid ihr zum ersten Mal als Band in Berlin?
Nein, wir haben schon im Duncker Club gespielt, es hat total Spaß gemacht. Wir hoffen, dass wir auch jetzt einen guten Gig hinlegen und hoffentlich viele Leute kommen und unsere Musik mögen.

Kennst Du irgendwelche deutschen Bands oder Musiker?
… ein paar. Die Scorpions zum Beispiel. Die haben echt ein paar gute Songs. ‚Is there anybody there?‘ hat eine großartige Bassline. Rammstein habe ich auch schon gehört.
Ich würde gerne mehr über die deutsche alternative Rockszene erfahren!

Was würdet ihr sagen, wenn die Band LORDI mit Euch zusammenarbeiten wollen würde?
Wir kennen sogar ihren Gitarristen… das ist schon eeeeewig her (ich glaube es war irgendwann in den Neunzigern). Er spielte in einer anderen Band, ich glaube, sie hießen „Junction“ und wir waren zusammen mit ihnen auf der Bühne auf einem Festival. Mr. Lordi ist ganz schön furchteinflößend, aber wenn die Sonne und der Mond in der richtigen Konstellation stehen, dann würde ganz sicher etwas gehen!

Was ist mit H.I.M.?
Na klar, ich finde ihre Musik richtig gut. „Venus Doom“ bedeutete einen großen und wichtigen Schritt seit „Dark Light“. Ich habe zwar nur ihr erstes Album zu Hause, aber ich denke darüber nach, das zweite zu kaufen.

Welches Album hörst Du gerade am liebsten?
Frank Zappa: Hot Rats & Yann Tiersen: Tabarly

Wenn Du die Welt neu erschaffen könntest – was würdest Du ändern?
Mehr Bäume und mehr Umarmungen!

Kannst Du irgendwas auf Deutsch sagen?
„Ich bin ein Berliner. Men ich habe keine ahnung. Es ist schön. Ich habe Deutch vier Jahre in der Schule gelernt“. Stimmt das so? Ich finde es nicht wirklich schwer… mir fallen nur nicht die richtigen Worte ein.

Zu guter letzt: Warum sollte man am Mittwoch zu Eurem Konzert gehen?
Weil wir Euch das beste Angebot für Euer Geld und Eure Zeit liefern: Exzellente Songs und gutaussehende Jungs, die sich ihre Seele aus dem Leib spielen!

Toni, vielen Dank für das Gespräch!

UNDERWATER SLEEPING SOCIETY am Mittwoch, 08.10. live im Club 23 der Kulturbrauerei (Popkomm Showcase)

www.popkomm.de
www.myspace.com/uwssoc

Autor: [EMAIL=sandra.wickert@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Sandra Wickert[/EMAIL]

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail