JAMES BLUNT – Back To Bedlam


Herzzerreißend sind seine Songs, einzigartig ist seine Stimme: JAMES BLUNT, für mich der Songwriter des Jahres 2005!



Sieht man den jungen Mann auf einer 40 x 40 Meter-Bühne, die ihn fast zu verschlucken droht, kann man von der Wirkung seiner Songs und seiner Stimme gar nicht weiter entfernt sein. Mit seiner Akustik-Gitarre und völlig legere in Jeans und T-Shirt steht er da, ohne Hemd und Krawatte oder Outfit-Farben nach Plan, unterstützt von einer Handvoll Musikern. Übersättigt durch Pop-Images von Bands, die viel in das Drumherum ihrer Show investieren, könnte man sich zu einem Urteil verleiten lassen, das JAMES BLUNT auch nicht nur im Entferntesten gerecht werden wird.

Doch der erste Song geht buchstäblich durch „Mark und Bein“. Man kann am eigenen Leib erfahren, wie er sich in die vielbeschriebene Gänsehaut kodiert und dieses Gefühl auslöst, das böse Verwirrungen im Kopf anrichten kann. Die Botschaft ist angekommen.
Diesen Eindruck vom Auftritt des JAMES BLUNT auf dem diesjährigen GLASTONBURY FESTIVAL brachte ich mit – nun liegt sein Debütalbum Back to Bedlam vor mir.

JAMES BLUNT schafft es, Musik nicht nur exzellent auf der akustischen Ebene erfahrbar zu machen – er lässt sie einen auch regelrecht fühlen. Die Songs auf Back to Bedlam lösen körperliche wie emotionale Reaktionen aus, die man eigentlich nur aus schockähnlichen Zuständen kennt. Sein Album handelt von Herzschmerz, enttäuschter Liebe und Einsamkeit – doch es spendet Kraft wie kein anderes.

Es gibt Stücke auf Back to Bedlam, die für ein Leben zu reichen scheinen. Da wäre zum einen ‚High‘, der erste und meines Erachtens beste Song auf diesem Album – ein unbeschreibliches, vierminütiges Wunder! Wer bei dieser Hookline nicht zutiefst berührt ist, kann niemals mein Freund sein. JAMES BLUNTs begnadete Stimme, sein Wechsel zwischen „Kopf und Bauch“ bei ‚Tears and rain‘, das Zusammenführen von zurückhaltenden und dynamischen Parts – einfach Wahnsinn!
Gleich der zweite Song ‚You’re beautiful‘, hierzulande bereits als Single veröffentlicht, handelt von einer unerreichbaren Liebe. Dieses Stück steht zugleich stellvertretend für das gesamte Album, auf dem Songs mit verzweifelten Inhalten, sanften Klaviermelodien und zarten Akustik-Klängen eine verzagte Stimmung erzeugen, die dennoch Zuversicht aufkommen lässt.

Es ist verblüffend, wie treffsicher JAMES BLUNT seine Gefühle in Melodien und präzise Aussagen transferieren kann. Die vorwiegend äußerst melancholische Wirkung seiner Songs wird dabei immer wieder aufgefangen durch kraftvollere Stücke wie ‚Out of my mind‘ oder ‚So long, Jimmy‘.
Den letzten Song auf Back to Bedlam, ‚No Bravery‘, schrieb er während der Stationierung als Aufklärungsoffizier im Kosovo– JAMES BLUNT war vor seiner musikalischen Laufbahn bis 2002 Berufssoldat! Wie gut, dass er diesen Job an den Nagel gehängt hat, sonst würde dieses Album unsere Musikwelt nicht bereichern.

Das Besondere an Back to Bedlam besteht wohl in der Korrespondenz von dem, was BLUNT ausdrücken möchte und dem, was beim Hörer tatsächlich ankommt. Es sind Melodien, die einen tief bewegen und die eigentlich mit Worten nicht zu fassen sind. Beeindruckend!

Back To Bedlam
(Atlantic/ Warner)
VÖ: 05.09.2005

www.jamesblunt.de

Autor: [EMAIL=kathleen.jurke@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Kathleen Jurke[/EMAIL]

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