KHOIBA + NAOMI am 24.11.2006 im Maschinenhaus


Die tschechische Band kreiert eine träumerische Atmosphäre, fesselt den Hörer aber dennoch in der Realität.



Eröffnet wurde der Abend von NAOMI, die ihr drittes Album [I]Aquarium[/I] vorstellten. Eigentlich aus der Alternativ-Ecke der Hamburger Schule kommend, stellten die Wahlberliner einen mit herrlich elegischen Texten versehenen Mix aus Elektro und rockigen Sounds vor. Auch das Publikum schien schwermütig, Bewegung war nur zu sehen, wenn die Zigarette oder die Bierflasche zum Mund geführt wurde. Schade! Zu ‚King Kong Is Not Dead‘ vom zweiten Longplayer [I]Pappelallee[/I] platzierten sich dann doch ein paar Hüftschwünge vor der Bühne. Besuchertechnisch waren wohl mehr Anhänger des Duos im Maschinenhaus erschienen, denn zum Auftakt von KHOIBA leerte es sich ein wenig.




Nichtsdestotrotz fesselte die Prager Band schon mit den ersten Tönen die verbliebene Zuhörerschaft. KHOIBA gründeten sich 2002 und erfreuen sich seit ihrem Debüt [I]Nice Traps[/I] in der Tschechischen Republik großer Popularität. Im letzten Jahr gestaltete die Band mit Zeraphine und The Cranes das Vorprogramm des Berliner The Cure-Konzerts und dürfte somit aufmerksamen Einheimischen nicht entgangen sein. Während die Musik KHOIBAs zum Tagtraum verleitet, erzählt die Sängerin nachdrücklich von Realität. In der zarten und melancholischen Stimme von EMA BRABCOVÁ liegt etwas Widerspenstiges. Ein Vergleich mit Portishead bleibt nicht aus, doch da war noch etwas anderes… Etwas später wurde ich belehrt: ein eigenartiges Placebo-Feeling lag in der Luft. Hervorgerufen durch das sanfte und verspielte Heranführen an einen genial-brachialen, wenn auch hier nur musikalischen Wutausbruch. Genau die Manier der Briten.
Nun denn, KHOIBA überzeugten mit atmosphärischem Elektro-Pop aus Gitarrenmelodien und einem faszinierenden Klangspiel der Synthesizer. Mehr davon, bitte!

photos Naomi (c) alex trebus
photos Khoiba (c) tom kaidl

www.khoiba.org
www.thisisnaomi.com
www.kesselhaus-berlin.de

Autor: [EMAIL=verena.zistler@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Verena Zistler[/EMAIL]

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