KLEZ.E – Leben Daneben

Exzellenter Gitarrenpop im Hier und Jetzt…

Die nach einem Computervirus benannte Berliner Band um Sänger/Gitarrist/ Multiinstrumentalist TOBIAS SIEBERT (auch bei DELBO aktiv) entstammt dem kreativen Umfeld der Garage Pankow, das mittlerweile u.a. verschiedene Musiker und Bands, ein Tonstudio sowie das Loob Musik-Label umfasst.

KLEZ.E präsentieren auf ihrem Debütalbum eine inzwischen ja bekannte und gern genommene Melange aus stilsicheren Gitarrensounds und mal mehr, mal weniger aufdringlicher Elektronik mit gelegentlichem Frickelfaktor. Klar, dass als erstes Namen wie RADIOHEAD oder NOTWIST fallen (ein allzu oft auch völlig unangebrachter Vergleich), wenn von anspruchsvollem Gitarrenpop mit innovativem Elektronik-Einschlag die Rede ist. Im Fall von KLEZ.E ist dieser Vergleich allerdings völlig berechtigt, zu offensichtlich bezieht sich die Band insbesondere auf die anspruchsvollen Klangkünstler aus Oxford, doch schließlich darf man sich an den Vorreitern eines Genres ja durchaus orientieren.

So entwickeln die Pankower auf der Grundlage eines gefühlvollen Gitarrenpop durchaus ihr eigenes Profil und scheren nur zu gerne auch aus diesem ohnehin recht lose sitzenden Korsett aus, beispielsweise wenn sie im bislang vielleicht bekanntesten Song, der Single ‚Du Auch‘, und in ‚Fake‘ mit hysterischem Gesang ziemlich straight nach vorne rocken oder das ungewohnte Theremine in längeren Instrumentalpassagen für überraschende Momente sorgt.
Sicherlich erinnert der zwischen larmoyanten und dann wiederum recht schrillen Tönen changierende, eine recht abstrakte Alltagspoesie verkündende Gesang von TOBIAS SIEBERT an THOM YORKE, und zitieren gerade die einer rockigeren Ausrichtung verpflichteten Gitarrensounds auf Leben Daneben auch sehr gerne die Briten, doch sind das lediglich unaufdringliche Versatzstücke, die das große Eigenpotenzial der Band einfach zusätzlich untermauern.

Neben den forschen Indierockern ‚Du Auch‘ und ‚Fake‘ ragen außerdem noch der mit nach ruhigem Beginn atmosphärische Gitarrenwände auf samtigem Keyboard-Teppich auffahrende Opener ‚Durch Mich Durchsehen‘, das beschwingt-eingängige ‚Grün‘ sowie das nach heftigem Beginn wunderschön melancholisch ausklingende ‚Nutzlos Die Zeit‘ aus einem insgesamt sehr homogenen Album heraus.
Auch wenn es abgedroschen klingt: Die Platte wächst mit jedem Hören – und ist beileibe nicht nur für RADIOHEAD und NOTWIST-Anhänger zu empfehlen, sondern sei all denen ans Herz gelegt, die angesichts der nahenden Herbststimmung mal wieder Lust auf einen gleichermaßen gefühlvoll-verträumten und engagierten Gitarrenpop haben, der zudem noch exzellent produziert ist.


KLEZ.E
Leben Daneben
(Loob Musik/ Alive)
veröffentlicht

http://www.klez-e.de
http://www.loobmusik.de

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