La Batterie – He Ate A Lamb Now He’s A Fan

Art und Pop in einer Band – diesen Anspruch haben sich die Berliner Kreativ-Indies LA BATTERIE gegeben. Auf ihrer neuen LP zeigen sie, wie man mit Hand, Mund und Verstand Großstadttristesse greifbar macht.

Die beiden studierten Künstler ANNE PASCHVOSS (Drums, Piano, Vocals) und PASCAL APERDANNIER (Gitarre, Piano, Groovebox, Vocals) spielen seit zwei Jahren zusammen. Im Februar 2006 erschien ihr Erstling Something Sweet And My Telephone. PASCALs Bruder MARIO (Piano, Groovebox), der auch bei Das Huhn (Noise/Punk/Jazz) mitwirkt, kam dazu. Gemeinsam nahmen sie im letzten Jahr He Ate A Lamb Now He’s A Fan auf und nahmen im Herbst an Gigs in Deutschland und Frankreich teil.

Mit Drums beginnt ‚You Say Drive‘, das erste Stück des Albums, das vom Drinnen- und Draußensein im wortwörtlichen, wie übertragenen Sinne handelt. PASCAL setzt einen Sprechgesang an, unterbrochen von hämischen Rufen („I drive your van!“). Dazu dämmern Gitarren vor sich hin. Glöckchen und plötzliche Trompeteneinsätze blitzen auf.
Auch ‚If Things Work Out‘ bleibt in sich gekehrt und von ANNES Schlagzeug bestimmt. Von ihr stammt übrigens auch das Artwork des Covers. Sie und PASCAL singen traurig von Personifikationen („I’m a tape in your recorder.“), die auf Einsamkeit innerhalb menschlicher Beziehung hindeuten. Die Gitarren schleppen sich dahin, bis sie an Drive gewinnen und in fast grungiges Heulen ausbrechen.

Es wird klar, dass die beiden Kunststudenten ihre Lektionen über Performance nicht vergessen haben. Hier dient Instrumentaleinsatz genau wie Text dem Inhalt. Monotone Akkorde, chaotisches Klaviergeklimper und müde Lyrics, die zwischen Raps (‚Sunset Lies‘) und Abzählreimen (‚Milk And Die‘) changieren, stellen die ewigen Wiederholungen des urbanen Alltags dar. Klar zu machen ist dies an ‚Ice Cream‘. Hier wirken selbst schöne Dinge wie ein erfolgreiches Date bekannt und überdrüssig („Should we describe the happening beside?! She doesn’t care! Yeah-yeah-yeah! Brushing her hair!“). Die Klänge von Orgel und Gitarren bleiben misstrauisch und dumpf.
‚The Warm Sea‘ verfügt dagegen über ein fast fröhliches Piano und warme Gitarren. Doch auch hier bleibt alles beim Alten: „At the next day she’s on the same way. She’s in the bathroom and she would stay.“

Was man bei all der lyrischen Routine vorfindet, ist sicher kein gewöhnliches Album. Es ist launische Musik für Garagen, Badezimmer und unheimliche Kneipen. Damit sicher eins der besungenen „records wihout success“ (‚Above The Streets‘), aber ein interessantes Projekt mit Liebe zum Detail.

LA BATTERIE
He Ate A Lamb Now He’s A Fan
(Cake and Coffee Records)
VÖ: Januar 2008

www.labatterie.de

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