LAMBCHOP – The Decline Of The Country & Western Civilization (1993-99)


Exquisite Tracksammlung aus den frühen LAMBCHOP-Jahren



Mit Spannung wird das neue Material von LAMBCHOP, das für kommenden August angekündigt ist, erwartet. Zwei Jahre sind seit dem überragenden Doppelalbum Aw C’mon / No You C’mon vergangen, zwischenzeitlich überraschte die Band um KURT WAGNER mit einer Kollaboration mit den Elektronikern von HANDS OFF CUBA, nun wird die Wartezeit abermals versüßt: mit einer CD voller Raritäten, B-Seiten, einiger bekannten und älteren Singles und bislang unveröffentlichtem Songmaterial aus den Jahren 1993-1999, aus einer Zeit also, bevor die Band aus Nashville/Tennessee mit Is A Woman (2002) mit einstimmigem Lob überschüttet wurde und das von Karl Bruckmeier („Kurt Wagner, der ohne alle Absicht eines der besten Alben der Popgeschichte aufgenommen hat.“) in der Süddeutschen Zeitung zu den besten 20 Alben aller Zeiten gekürt wurde.

Um es vorweg zu nehmen: The Decline Of The Country & Western Civilization (1993-99) ist eine ausnahmslos herausragende Zusammenstellung und ein absolutes Muss für alle LAMBCHOP-Fans.

Den Beginn macht der wunderschöne und leise, frühe Klassiker der Band ‚Soaky In The Pooper‘ vom 1994er-Album I Hope You’re Sitting Down, gefolgt vom knarzigen, vetrackt-durchgeknallten Instrumentalstück ‚Two Kittens Don’t Make A Puppy‘. Schon diese beiden ersten Tracks stehen bespielhaft für das breite Spektrum, welches die mehr oder weniger stabile Gruppierung von bis zu 20 Musikern abdeckt. Das reicht vom Country, fast orchestralen Arrangements bis hin zum klavierbetonten Minimalismus. Dazwischen ist Spielraum für Easy Listening, Soul, Jazz und Noise-Pop, immer auf der Basis einer countryesken, dunklen Grundstimmung.

The Decline Of The Country & Western Civilization (1993-99) ist nichts anderes als ein Zeugnis dieser Vielfältigkeit, mit der Note ‚ausgezeichnet‘. Ging die Band um WAGNER vor allem mit Is A Woman noch in Richtung Reduktion und Stille, zeigt diese Tracksammlung die durchaus auch rockige Seite von LAMBCHOP (‚Nine‘, ‚Scared Out My Shoes‘, ‚Smuckers‘, ‚Beyond Relief‘) mit teilweise starken Punk- und Psycho-Trash-Anleihen. Vor allem aber waren die frühen Jahre schon damals gekennzeichnet von mitunter bahnbrechendem Songwriting und dessen Vertonung in Sachen Alternative Country (‚Your Life As A Sequel‘, ‚I Can Hardly Spell My Name‘, ‚The Gettysburg Address‘). Aber auch ihrer Vorliebe zum groovenden 70er Jahre Soul mit bes(ch)wingten Melodien frönen sie bei ‚Cigarettiquette‘ und ‚Mr Crabby’auf’s Vorzüglichste. Gibt es eigentlich irgendeine Spielart der Popmusik, die diese Band nicht beherrscht?

Bleibt noch KURT WAGNERs Stimme, die wie (diese Metapher muss sein) trockene Äste im Kaminfeuer klingt und die freudige Erwartung und spannende Frage, was sich LAMBCHOP an wegweisender Musik für das kommende Album ausgedacht haben.

LAMBCHOP
The Decline Of The Country & Western Civilization (1993-99)
(City Slang/Rough Trade)
VÖ: 07.04.2006

www.lambchop.net
www.cityslang.com

Autor: [EMAIL=jana.schuricht@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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