LEYAN – Berliner Act des Monats April 2009


Konsequente Leidenschaft.



[red] Update: LEYAN am Freitag, den 22.10.2010 live im Rosi’s (w/ www.myspace.com/leyanmusic) werfen und bei Gelegenheit vorbeikommen. Es lohnt sich.
Ich traf die Jungs, die hinter dieser ambitionierten Band stecken, in ihrem Proberaum, um ihnen ein paar Fragen zu ihrer Entwicklung und dem kommenden Debüt-Album zu stellen. Und wenn man mit ihnen spricht, merkt man schnell, LEYAN sind eine Band, die genau weiß, was sie will.

popmonitor.berlin: Eines eurer größten Konzerte fand ja vor ein paar Wochen in der Berliner Wabe statt (

Kann man als Zuschauer eine Eins-zu-Eins-Umsetzung der Songs von den EPs erwarten oder wird auf der Bühne viel improvisiert?

Marc: Ich würde sagen, bei uns ist das eher eine Improvisation in der Dynamik. Denn gerade bei den Auftritten mit den Projektionen ist ein festes Arrangement einfach vorgegeben. Da ist es nicht mehr möglich, einen Song spontan in die Länge zu ziehen, da es sonst visuell nicht mehr passen würde.
Christoph: Was die Struktur der Songs, ihre Form betrifft, gibt es eigentlich fast nie Unterschiede zwischen Platte und Live-Auftritt. Allerdings nehmen wir uns innerhalb der einzelnen Parts einige Freiheiten, vor allen Dingen bei Instrumentalteilen. Es gibt immer Passagen, in denen jeder von uns live bestimmte Sachen anders macht als auf Platte. In der Form und im grundlegenden Arrangement bleiben wir aber der Vorlage schon treu. Es sind halt Rock/Popsongs, die einen festen Rahmen haben und kein Freejazz. Dennoch wird man als Zuhörer die Songs live immer wieder neu entdecken können. Tun wir ja auch selbst.
Marc: Wir rocken live einfach mehr!

Ihr habt euch ja in den letzten Jahren ziemlich weiterentwickelt. Früher waren eure Auftritte noch sehr ruhig. Inzwischen haben sie sich zu einen ziemlichen Koloss entwickelt. Wie kam es zu dieser Veränderung?

Ilir: Definitiv Drogen! (alle lachen)
Christoph: Ich denke, das resultiert einfach aus der grundlegenden Entwicklungsgeschichte der Band. Am Anfang war es eben nicht eine Band, sondern erst einmal ein Songprojekt zwischen mir und meinem Vater Jürgen Ecke, dessen Tätigkeit weit über die eines Produzenten hinaus geht und der einen ganz wesentlichen Teil zu dem, was LEYAN ist, beiträgt. Nachdem wir fünf uns dann endlich gefunden hatten, war schnell klar, dass das kein Songprojekt mehr ist, sondern eine Band. Jeder hat dann seine Einfüsse mit eingebracht, was natürlich zu einer Entwicklung im Sound von LEYAN geführt hat, auch wenn es so etwas wie eine grundlegende Marschrichtung gibt. So ist auch der deutlich rockigere Gestus entstanden. Außerdem ist es sicher nicht unser Ziel, sich heute immer noch genauso anzuhören wie zu der Zeit, als wir begonnen haben. Wir entwickeln uns von Song zu Song, das macht es spannend und wird auch nicht aufhören.
Damian: Und so ist es auch live auf der Bühne. Man macht Erfahrungen, probiert einfach Dinge aus. Man entwickelt sich in allem weiter.

Haben sich die Lyrics in Laufe der Zeit auch geändert und besitzen sie eine gewisse Grundmessage?

Christoph: Als es sich damals noch um ein Soloprojekt handelte, hatten wir noch einen Freund an Bord, der sich um die Lyrics gekümmert hat. Ich hab mir das auch einfach lange nicht zugetraut. Doch als das dann mit der Band begann, kam das Bewusstsein dafür, dass auch die Texte aus der Band kommen sollten. Seitdem schreibe ich die Texte zu allen neuen Songs, was natürlich auch die Themen oder Stimmung der Lyrics verändert hat. Es war aber definitiv ein guter Schritt. Was die Themen betrifft, würde ich sagen, dass sie von der menschlichen Existenz im Allgemeinen handeln. Sprich, mit all ihren Facetten – seien es Sehnsüchte, seien es Ängste, sei es Sinnsuche usw. Es geht um die Herausforderungen, die das Leben an einen stellt. Aber das Kernmotiv, das jeden Song durchzieht, ist sicherlich Hoffnung.



Was macht eigentlich das Debüt-Album? Kann man schon was verraten?

Damian: Wir sind derzeit noch im Studio, haben schon mehrere Recording-Sessions hinter uns gebracht und insgesamt 14 Songs aufgenommen, aus denen sich dann das Album herauskristalisieren wird. Produziert wird das ganze natürlich auch wieder von Jürgen, wie auch schon die beiden EPs zuvor. Durch ihn haben wir auch den Luxus, ein Studio zur Verfügung zu haben, in dem wir uns austoben und an den Songs feilen können, bis alles so ist, wie es sein soll. Der Plan ist dann, dass das Album im Herbst endlich releaset wird.

Ist schon klar, welche Songs der EPs auf das Album kommen?

Ilir: Was ganz klar dabei sein wird, ist ‚Overwhelmed‘ von der ersten EP, worüber sich sicher einige Leute freuen werden. Und auch von der zweiten werden ein paar dabei sein. Allerdings werden diese Songs für das Album nochmal neu augenommen, abgemischt und gemastert, damit sie auch in den Kontext der anderen, neuen Songs passen. Auch viele Songs, die wir schon live gespielt und ausgetestet haben, werden darauf erscheinen, so dass es eine schöne Symbiose aus bekannten und neuen Songs werden wird.

Wo seht ihr eigentlich die Eckpfeiler, also die wichtigsten Momente eurer bisherigen Karriere?

Ilir: Ein wesentlich einschneidender Moment war der Ausstieg von unserem damaligen Keyboarder. Nachdem er weg war, brach erstmal eine kleine Welt bei uns zusammen. Doch wir sahen das auch als Chance bzw. Herausfordung, und seitdem hat sich einiges in unserer Herangehensweise geändert. Wir brennen einfach noch mehr als damals. Vielleicht auch aus Trotz. Mit seinem Ausstieg kam hier einfach noch mehr Power rein. So hart das auch klingen mag.
Christoph: Sehr wichtig war natürlich auch die zweite EP The Silence Is Not That Calming, weil sie unser erstes gemeinsames Werk war und die Richtung zeigte, welche Entwicklung LEYAN nehmen würde. Aber auch die letzten drei Gigs, die wir gespielt haben, also Privatclub, im Frannz der Support für SCOUTING FOR GIRLS und eben der Auftritt in der Wabe mit den Visuals waren sehr, sehr wichtig. Das waren einfach jedes Mal neue Stufen für uns. Es ist gut zu merken, dass es immer weiter geht, das kein Stillstand herrscht. Und natürlich wird das kommende Album ganz wesentlich sein.



Bei soviel Engagement fragt man sich, warum ihr immer noch eine Unsigned Band seid. Habt ihr euch schon bei Labels beworben?

Christoph: Wir haben in letzter Zeit viel positiven Zuspruch aus der Branche von Labels, Bookingagenturen und Clubs erhalten. Es gibt einige Optionen, viele Kontakte. Wir sind also dran. Aber wir spielen im Moment auch sehr stark mit dem Gedanken, ein eigenes Label zu gründen. In erster Linie zählt aber, dass wir viel live spielen, gute Songs schreiben, den Weg genauso weiter gehen wie bisher und einfach eine gute Band sind. Das muss sich rumsprechen. Alles weitere wird sich dann ergeben.

Wie wir ja alle wissen, sieht es für die Musikindustrie im Augenblick nicht besonders gut aus. Selbst die größten Bands haben Probleme damit, ihre Alben zu verkaufen. Was ist eure Motivation, trotzdem Musik zu machen?

Christoph: Ich glaube, ich spreche für uns alle, wenn ich sage, dass die treibende Motivation einfach das Gefühl ist, Musik machen zu wollen. Es gibt einfach die Dringlichkeit in einem, Musik zu machen und unbedingt auf die Bühne zu müssen.
Marc: Natürlich wäre es super, wenn uns genau das die Miete bezahlt. Und wir alle hoffen auch, dass das irgendwann der Fall sein wird. Aber im Grunde herrscht die Überzeugung, dass hier mit LEYAN etwas entsteht, für das es sich lohnt zu arbeiten und immer weiter zu machen.

LEYAN am 07.05.09 live im Magnet Club, am 16.05.09 im Kato und am 07.08.09 im NBI bei popmonitor.berlin.live (w/ Everlaunch)

www.myspace.com/leyanmusic

Autor: [EMAIL=eric.ahrens@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Eric Ahrens[/EMAIL]

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