Mary Elizabeth McGlynn

Mary Elizabeth McGlynn

Dass am 15. Februar das Videospiel „Silent Hill – Shattered Memories“ auch in Deutschland auf der Wii erscheint, soll zum Anlass genommen werden, um die Rocksängerin und Synchronsprecherin MARY ELIZABETH MCGLYNN vorzustellen. Ohne sie wäre die Survival-Game-Reihe „Silent Hill“ nicht das, was sie ist.

Das Horrorspiel um die verfluchte Stadt Silent Hill geht, wenn man Mini- und Handygames nicht mitzählt, inzwischen in die 7. Runde. Der Teil „Shattered Memories“ ist eine Art modernisierte Neuauflage des ersten Teils, an dem sich alle anderen Teile orientieren. In allen wird ein Held mit dem Einbruch einer Parallelwelt in die unsere konfrontiert, in der grässlich verunstaltete Monster erscheinen – Verkörperungen menschlicher Ängste.

Als AKIRA YAMAOKA ab „Silent Hill 3“ (2003) Produzent und Musik-Direktor wurde, verpflichtete er neben dem Songwriter und Indiesänger JOE ROMERSA auch MARY ELIZABETH MCGLYNN. Er kannte ihre erstaunliche Stimme aus ihren Sprechrollen. Wie ROMERSA hat sie bereits Dutzenden Anime-Serien ihre Stimme geliehen, aber auch für Animefilme („Prinzessin Mononoke“, „Ghost in the Shell“) und vor allem Videospiele wie der „Devil May Cry“-Serie gearbeitet. „Star Trek: Voyager“ und „Xena“ gehören zu den Realserien, in denen sie mitwirkte.

YAMAOKA konnte ihren leidenschaftlichen Gesang gut gebrauchen. Dieser bildet einen Kontrast zu seinen Instrumentals, die stark Trip-Hop, Dark Ambient und Industrial transportieren. Während er ROMERSAS Stimme, die an DAVID BOWIE erinnert, für erzählerische Stücke wie ‚Hometown‘ vorsah, sollte MCGLYNN in vielen Songs lyrisch die Rolle der Protagonisten einnehmen. Viele ihrer rockigen Songs (‚You’re Not Here‘, ‚Hole In the Sky‘) spiegeln die Verwirrung und Angst der Spielehelden wider.

Der bisher beste Soundtrack ist jener von „Silent Hill 4“: Auf diesem befindet sich auch der Song, für den MCGLYNN unter den Spielern berühmt wurde: ‚Room Of Angels‘, ein bitterer Abschied von der eigenen Mutter zu kühler Elektronik und Piano, bei dem sich einem die Nackenhaare aufstellen. Im Spiel geht es um die Mutter-Sehnsucht eines okkulten Massenmörders.
ROMERSA stimmt auf dem gleichen Soundtrack das düster-romantisch orgelnde ‚Cradle Of Forest‘ an, und YAMAOKA läuft mit seinen Trip Hop-Kompositionen zu Höchstform auf.

Die Musik im neuesten Teil „Shattered Memories“ ist nicht annähernd so experimentierfreudig ausgefallen. Zu hören ist auch bei den vier MCGLYNN-Songs Durchschnittskost, etwa ein seltsames Cover von ELVIS PRESLEYS ‚Always On My Mind‘. Die Lyrics der drei weiteren Songs ‚When Your’re Gone‘, ‚Acceptance‘ und ‚Hell Frozen Rain‘ hat übrigens erneut ROMERSA verfasst.

Bleibt zu hoffen, dass MCGLYNN eines Tages ein Best-Of ihres musikalischen Schaffens veröffentlicht. Ansonsten ist es nur den Videospielern und Game-Soundtrack-Besitzern als CD vorbehalten.

www.myspace.com/memgsh
www.myspace.com/robbietherabbitmusic1
www.myspace.com/joeromersa

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