MINIMAL ELECTRONICA FESTIVAL am 11.04.2008 in der Maria am Ostbahnhof


Belgian 80s cult meets minimalistic metropolitan sounds.



Am 11.04.2008 präsentierten SCHLAGSTROM in Kooperation mit DAS DREHMOMENT in der Maria zum ersten Mal das MINIMAL ELECTRONICA FESTIVAL. Mit dabei waren ABSOLUT BODY CONTROL, BAKTERIELLE INFEKTION, NORA BELOW und MICROWELT. Gerahmt wurden die Live-Acts durch die musikalische Unterhaltung des DAS DREHMOMENT Dj-Teams.

Mit dem Projekt MINIMAL ELECTRONICA FESTIVAL versuchte der Veranstalter SCHLAGSTROM neue Wege zu gehen. So ist die Maria nicht unbedingt die erste Location, an der man ein derartiges Line-Up in unserer Stadt erwarten würde. Auch bei den doch verhältnismäßig zahlreich anwesenden Stammgästen herrschte am Beginn des Abends spürbar eine gewisse Irritation über die deutlich erkennbare EBM-Elektro-Fangemeinde. Gerade die DJs von DAS DREHMOMENT waren bemüht, diese zwei Lager musikalisch durch ihre DJ-Sets zusammenzuführen. Dies gelang ihnen jedoch nur bedingt, und der stilistische Bruch zog sich durch den Abend. Interessanterweise konnte man an den Anwesenden am Barbereich deutlich erkennen, welche Fraktion sich in dem jeweiligen Moment besser versorgt fühlte.

An dieser Stelle ein paar Worte zu den Protagonisten:

ABSOLUT BODY CONTROL


Als Headliner der Nacht sorgten ABSOLUT BODY CONTROL für ausgelassene Stimmung unter den Gästen und reichlich Bewegung vor der Bühne. DIRK IVENS und ERIC VAN WONTERGHEM gelang das, was heute nicht mehr vielen Formationen aus den 80ern gelingen würde: Fans der ersten Stunde und heutige Generationen gleichermaßen glücklich zu machen.
Besonderes Highlight war die Bühnenpräsenz von DIRK, der in gekonnter Weise seine Entertainerfähigkeiten unter Beweis stellte und in starker Interaktion mit dem Publikum zusammen mit ERIC ein Best-of der Bandgeschichte präsentierte.
Mit gekonnten Filmprojektionen und minimalistischer Bühnenausleuchtung untermalten die zwei Belgier ihre eineinhalbstündige Show.

BAKTERIELLE INFEKTION


BAKTERIELLE INFEKTION präsentierten sich in gewohnt gekonnter Manier und rissen die bis dahin etwas eingeschlafene Fraktion der Elektrofans mit düsteren klanglichen Vorlieben aus ihrem Dämmerschlaf. Jedoch boten die Berliner auch nicht mehr, als man von Ihnen erwartet hätte, wodurch der Auftritt wenig Überraschungen bot und als „sie zeigen, dass sie es live noch können“ abgewertet werden muss.

NORA BELOW


Der Auftritt von NORA BELOW blieb, obwohl sehr unterhaltsam, hinter den gesetzten Erwartungen zurück. Statt avantgardistischer Performance und Bühnenshow erlebten die Zuschauer eine Form der Selbstdarstellung, die wohl eher dem Selbstverständnis eines „Juppie-Mainstream-Electro-Fans“ entsprach als wirklich innovative Akzente in Richtung „neuer Minimalistik“ zu setzen oder in den düster-elektronisch angehauchten Rahmen der übrigen Live-Formationen des Abends zu passen. Dennoch hat NORA eine überaus hörenswerte Stimme, die durchaus bleibenden Eindruck hinterlassen hat.

MICROWELT


Wie bei einem Schachturnier gegenüber aufgereiht, platzierten sich MICROWELT auf Klappstühlen auf der Bühne und verweilten so für die erste Hälfte des Konzertes. Was natürlich für das Publikum einen relativ unspannenden Bühnenanblick bot. Auch musikalisch ließ es die noch relativ junge Formation eher gemächlich angehen und steigerte sich in ihrer Dynamik erst zum Ende des Auftritts. Als Opener des Abends gelang es ihnen dennoch, die anwesenden Gäste von den Barhockern an den Bühnenrand zu ziehen. Dennoch ist der Auftritt eigentlich eher als unspektakulär zu bezeichnen.

Fazit: Trotz durchnässtem Heimweg ein doch recht erlebnisreicher und angenehmer Abend. Weiter so.

www.schlagstrom.de
www.myspace.com/schlagstrom
www.das-drehmoment.com
www.myspace.com/dasdrehmomentrecords
www.clubmaria.de

Fotos: © Ivo Dmitrov
Autoren: [EMAIL=christoph.albrecht@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Christoph Albrecht[/EMAIL] und [EMAIL=ivo.dmitrov@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Ivo Dmitrov[/EMAIL]

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