MIRACLE OF 86 am 24.08.2004 im Magnet

Die New Yorker Band um KEVIN DEVINE bestätigte ihren Ruf als erstklassige Liveband.

Ob es Überzeugung oder Höflichkeit war, als KEVIN DEVINE vom italienischen Support ihrer laufenden Tour ITS NOT NOT als “ best band we’ve ever played with“ sprach, sei mal dahingestellt. Tatsache ist, dass die Italiener einen hohen Unterhaltungsfaktor hatten, was nicht ausschließlich etwas mit ihren zunächst übergestülpten überdimensionalen Ohren oder Wälzeinlagen auf und vor der Bühne zu tun hatte, sondern auch mit durchaus vorhandener musikalischer Substanz, die sich in einem recht treibenden, stellenweise ganz schön lärmenden Alternative-Gebruzzel manifestierte.

Nachdem KEVIN DEVINE erst vor wenigen Monaten im Zuge seiner Solo-Tour in Berlin Station gemacht hatte, kehrte er nun also mit seiner angestammten Band in die Hauptstadt zurück, um im Gegensatz zu seinen eher ruhigen und vorwiegend akustisch gehaltenen Sounds seiner Soloplatten mit emotional gefärbtem Indie-/Collegerock nun wieder kräftig auf die Tube zu drücken. So legten die vier New Yorker Jungs in gewohnt gutgelaunter und enthusiastischer Manier los, auch wenn die ersten drei, vier Songs zunächst noch unter leichten soundtechnischen Abstimmungsproblemen (vor allem der Gitarren) litten.
In puncto Smartness und Aussehen eine Mischung aus dem jungen EVAN DANDO und KURT COBAIN insbesondere für die weiblichen Fans stets ein Hingucker, sorgte der links außen platzierte Frontmann (mit Hemd, Krawatte und Jackett bis zum Ende stoisch den ja nicht eben niedrigen Temperaturen im Club trotzend) nicht zuletzt auch mit seiner außergewöhnlichen, heiseren und sich schon mal überschlagenden Stimme für große Sympathiewerte.

MIRACLE OF 86 machten während ihres recht komprimierten, gut einstündigen Sets das, was sie am besten können und was man einfach von ihnen erwartet: Neben einigen ruhigeren, sehr amerikanischen und folky Songs setzten sie in der Mehrzahl natürlich auf die stark nach vorne gehenden, mit Punk- und Emo-Anteilen versehenen Stücke ihrer beiden bislang veröffentlichten Alben. Insbesondere der mächtige Sound und treibende Flow dieser Songs veranlasste die Musiker des Öfteren, in bester Olympia-Manier in Richtung Decke zu hüpfen oder auch ziemlich rückenschädigend den Saiteninstrumenten knapp überm Bühnenboden die Töne zu entlocken.

Nach gut einer Stunde und einigen unterhaltsam-ironischen Exkursen über die Beschwerlichkeit des Tourlebens („Don’t know where we play tomorrow, man, we’re a professional band…“) oder die Liebe und damit einhergehend „crazy people“ gab es als besondere Bonbons noch einen Song ihrer neuen EP sowie als zweite und letzte Zugabe noch eine schöne Coverversion des PAVEMENT-Klassikers ‚Range Life‘.
Ihren Ruf als großartige Liveband haben MIRACLE OF 86 jedenfalls einmal mehr eindrucksvoll bestätigt.

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