MISSINCAT – Berliner Act des Monats März 2009


(K)ein Wein mit Amy…



Die gebürtige Italienerin Caterina Barbieri gehört unter ihrem Künstlernamen MISSINCAT derzeit zu den imposantesten DurchstarterInnen in der Berliner Musikszene. Auf der Habenseite in der noch relativ jungen Karriere der seit über einem Jahr in Berlin lebenden Künstlerin stehen u.a. die jüngst erfolgte Veröffentlichung ihres in der Hauptstadt aufgenommenen Debütalbums Back On My Feet inkl. des (nicht nur) auf hiesigen Radiostationen munter rotierenden wunderbaren Titeltracks ( im NBI auf.

popmonitor.berlin: Dein Debütalbum wurde Ende 2007 aufgenommen und jetzt im Februar dieses Jahres veröffentlicht. Wie stehst Du zu diesen Songs im Rückblick und wie fühlt es sich an, sie jetzt mit vielen anderen Menschen zu teilen?

Missincat: Ich habe die Songs vor über einem Jahr geschrieben, und natürlich ist es für mich sehr aufregend, dass die CD nun endlich veröffentlicht wurde. Es freut mich wirklich sehr, dass Leute, die meine Songs mögen, nun die Möglichkeit haben, eine CD von Missincat kaufen zu können und sich die Songs anhören können, wann immer sie wollen.

Erfreut bzw. erstaunt es dich, wie das Album bislang von Kritikern und Hörern aufgenommen wurde? Wie ist es für dich, dass ‚Back On My Feet‘ inzwischen ein immenses Radio-Airplay verbuchen kann, und wie fühlt es sich für dich an, deine Songs im Radio zu hören?

Ich bin über das Radio-Airplay von ‚Back On My Feet‘ gleichermaßen überrascht und begeistert. Ich habe immer daran geglaubt, dass es ein großartiger Song ist, doch ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich jemals in den Airplay-Charts damit landen würde, doch Radio Eins mag es offensichtlich sehr, außerdem auch Sender in anderen Städten wie Eins Live, Bayern3 und andere, was wirklich wunderbar ist! Es ist schon seltsam, meine Stimme im Radio zu hören, aber natürlich auch aufregend!

Gibt es bereits Pläne für ein zweites Album bzw. hast Du bereits genügend neue Songs geschrieben?
Da ich ständig schreibe, sind natürlich schon viele neue Songs entstanden, und ich freue mich schon jetzt, wieder ins Studio zu gehen.



Stellst Du – im Vergleich zu den Songs von Back On My Feet – bei den kürzlich entstandenen Songs irgendwelche Unterschiede bzgl. der Texte (sind sie vielleicht politischer, wie beispielsweise in ‚Shoot‘) oder der Herangehensweise hinsichtlich des Songwritings fest?

Ich denke, dass mein Stil schon derselbe geblieben ist, allerdings sind die neuen Songs nicht ganz so melancholisch wie auf Back On My Feet. Ich reflektiere in meiner Musik einfach, was ich fühle, daher sind die Texte immer sehr persönlich. Einige Gedanken und Ideen beschäftigen mich so lange, bis daraus ein Song entsteht. ‚Shoot‘ dagegen ist ein politischer Song. Zu der Zeit seines Entstehens hatte mich vieles, was in der Welt vorging, derart bedrückt, dass ich einfach etwas darüber schreiben musste.

In Italien warst Du eine relativ lange Zeit (sechs Jahre) Mitglied in der Band Vertigini und hast Bass gespielt, welche Art von Musik habt ihr gemacht und inwieweit unterschied sie sich von dem, was Du heute als Solokünstlerin machst?

Mit Vertigini haben wir Poprock gemacht, ich würde nicht sagen, dass es sich um ein komplett anderes Songwriting handelte, aber es war auf jeden Fall eine andere Philosophie des Musikmachens, es war halt „Band-Musik“, bei deren Entstehungsprozess die Ideen von vier Musikern brücksichtigt werden mussten.

Was hat dich veranlasst, die Band nach sechs Jahren zu verlassen?

Ich habe die Band schließlich verlassen, weil ich versuchen musste, meinen eigenen Weg zu gehen, ganz ohne Kompromisse.

Berlin scheint derzeit ja einen sehr inspirierenden und kreativitätsfördernden Einfluss auf Künstler unterschiedlichster Disziplinen zu haben, beispielsweise nehmen viele ausländische Musiker hier ihre Platten auf oder leben mittlerweile gar in Berlin. Was war dein erster Berlin-Eindruck, wie hat er sich nach über einem Jahr vielleicht geändert und was macht Berlin für dich so besonders?

Es war für mich Liebe auf den ersten Blick, Berlin ist auf jeden Fall eine sehr spezielle Stadt, anders als alle Städte, die ich zuvor kennen gelernt habe. Die Leute hier sind sehr relaxt und offen, es gibt viele Künstler und es ist ständig ungemein viel los. Auch nach mehr als einem Jahr ist Berlin immer noch äußerst bezaubernd…

Hast Du bereits (engere) Freundschaften mit Berliner Musikern geschlossen oder Berliner Bands und Künstler entdeckt, die Du besonders magst und die Du empfehlen möchtest?

Ich habe viele tolle Musiker und Künstler kennen gelernt, empfehlen möchte ich vor allem Montmorensy (www.myspace.com/montmorensy), ein sehr talentierter Sänger und Komponist.



Im Titeltrack ‚Back On My Feet‘ singst Du „I’m learning how to handle all my fears“. Betrachtest Du – in einem abstrakteren Sinne – Songwriting, Performen und generell das Erschaffen von Kunst als eine Art von (Eigen-) Therapie?

Oh ja, auf jeden Fall! Zu schreiben hilft mir, Dinge herauszufinden und es hilft mir in schlechten Zeiten… Ich weiß nicht, ob ich ohne Musik leben könnte.

Wie war es für dich, Ende 2007 als damals ziemlich unbekannte Musikerin ganz allein zur Gitarre Amy Winehouse auf deren Deutschlandtour vor Tausenden von Besuchern zu supporten? Wie war die Reaktion des Publikums und was hat diese Erfahrung für deine weitere Entwicklung gebracht?

Es war eine unglaubliche Erfahrung und für mich als Künstlerin natürlich auch eine große Chance… Vor einem solch riesigen Publikum aufzutreten, war großartig, auch wenn es natürlich nicht ganz einfach war, da ich mich ja schon so ziemlich von Amy unterscheide, schließlich bin ich blond und nahezu engelsgleich, habe keine Tätowierung und bin zudem nüchtern aufgetreten (ich konnte einfach keinen „wine“ beim Catering auftreiben… haha). Ich habe bei meinem Auftritt mit einigen Jokes die Atmosphäre aufgelockert, um das Publikum für mich einzunehmen, und letztlich hat das auch gut funktioniert! Durch diese Erfahrung habe ich gelernt, mit einem Publikum umzugehen, das nicht unbedingt wegen mir kommt… und vor einer solch großen Menschenmenge cool zu bleiben!

Am 20. März wirst Du im NBI Club auftreten. Was können wir von der Show erwarten, wirst Du auf der Bühne von anderen Musikern unterstützt und wirst Du neue Songs präsentieren? Kennst Du die den Abend eröffnenden Sorry Gilberto?

Ich werde mit meinem – von mir sehr bewunderten – Cellisten Marius Kiefer auftreten und sicherlich einige neue Songs spielen. Ich freue mich auf jeden Fall schon sehr auf die Show! Ich kenne Sorry Gilberto, eine sehr gute Band, die ich sehr mag!

Wie sehen deine weiteren Pläne für 2009 aus, gibt es Pläne für eine Deutschlandtour oder Festival-Shows?

Ich werde in den kommenden Tagen über die anstehenden Shows Bescheid wissen, ich freue mich darauf, diesbezüglich bald Genaueres zu erfahren. Auf jeden Fall werde ich im Mai auf Tour gehen, und in einigen Wochen erscheint zudem eine neue Single sowie ein begleitender Videoclip.

MISSINCAT (+ www.missincat.com
www.myspace.com/missincatmusic

Fotos © Zoe Vincenti / Alessandra Caccia
Autor: [EMAIL=thomas.stern@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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