MUCC – Kuchiki No Tou


Alles andere als MUCCsmäuschenstill – diese Japaner.



Gleich das gleichnamige Intro des Albums Kuchiki No Tou der vier Japaner stellt klar: Hier ist nichts mit Kasparmucke, hier wird episch eingeläutet, dass sich eine Sintflut aus heruntergetunten Riffs über einen ergießen wird, und ehe man so richtig Angst bekommen kann, wird man auch schon von einem Rockmonster überrollt, das seit dem Debüt von MUDVAYNE seinesgleichen sucht.

MUCC ist eine weitere Band vom neugegründeten Gan-Shin Label und hat nach zwei Mini- und vier Studioalben in ihrer Heimat nun auch den Weg zu uns gefunden, und das ist auch gut so. Was MUCC uns auf ihrem Album Kuchiki No Tou um die europäischen Ohren hauen, sucht wirklich seinesgleichen, mit gut kalkuliertem Kitschfaktor gehen die Jungs nach vorne, dass es KORN und SLIPKNOT mit Sicherheit mit der Angst zu tun bekommen würden, müssten sie sich mit MUCC messen. Aber auch die ruhigen Töne beherrschen MUCC, welche sich in einem derart breiten Rock-Spektrum rumtreiben, dass man annehmen müsste, es ginge ihnen früher oder später die Luft aus – doch ganz das Gegenteil ist der Fall, anstatt sich auf Bewährtem auszuruhen, setzen MUCC bei jedem Song noch eine Rückkopplung drauf. Einzig die gelegentlich zu stark aufflammende Theatralik des Sängers TATSURO lässt zuweilen ein wenig zu wünschen übrig.
Doch der Wunsch lässt mit der bald folgenden Kompromisslosigkeit und Spielfreude im Arrangement der einzelnen Songs nicht lange auf sich warten. Kein Song ähnelt dem anderen – und darin steckt die Kunst. Natürlich erfinden MUCC das Rad nicht neu, aber wer hat das die letzten 2000 Jahre schon gemacht, sicher ist nur, dass der Karren, den die evotionalen Rocker sich da gebaut haben, auf Hochtouren läuft und so manchen Monstertruck PS-mäßig auf weiter Flur stehen lässt.

Dass hier aussschließlich auf Japanisch gesungen/geschrien wird, gibt dem ganzen noch mehr Besonderheit, aber keine Angst, für alle, die extrem darauf schauen, dass sie wissen wollen, was gesungen wird, hat Gan-Shin eine deutsche Übersetzung der Texte der extrem schön gestalteten CD beigelegt. MUCC ist das, worauf die Verehrer harter Musik lange lange haben warten müssen, seit diese Szene nur noch ein Schattendasein fristet. Kuchiki No Tou ist ein grosses Ungeheuer der neuen Rockgeschichte geworden und hat einen Platz in jeder extremen Plattensammlung verdient, und nur so nebenbei haben die Herren im Abgesang des Albums mit dem Titelsong das wohl emotionalste und leidenste Epos geschrieben seit KORNs ‚Daddy‘.

Endlich kann ich meinem Nürnberger Ex-Mitbewohner, der mich schon seit Monaten um neuen „harten“ Sound anbettelt, ruhigen Gewissens und mit stolz geschwellter Brust mal wieder eine sichere Empfehlung aussprechen.

MUCC
Kuchiki No Tou
(Gan-Shin/ Universal)
VÖ: 12.09.2005

www.gan-shin.de

Autor: [EMAIL=mirco.erbe@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Mirco Erbe[/EMAIL]

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