NIAS – Berliner Act des Monats


Wir sind (k)eine Insel.



Das Berliner Trio NIAS macht mit seinem electroinfizierten, wunderbar tanzbaren Indiepop ja schon seit Längerem nachhaltig von sich reden und veröffentlicht nun nach dem im März auf dem Berliner Label Snowhite erschienenen Debütalbum am 09.11.12 eine neue EP, auf der neben der neuen Single ‚Rainwashed‘ auch Coverversionen von befreundeten Künstlern wie Super700 oder Miss Platnum enthalten sein werden.

Kurz vor ihrer Show am Freitag (19.10.) im Rosi’s stand uns die Band noch für ein ausführliches Interview zur Verfügung.

Popmonitor: Im März dieses Jahres erschien euer selbstbetiteltes Debütalbum auf dem Berliner Label Snowhite. Was hat sich seitdem getan, wie zufrieden seid Ihr generell mit der Resonanz auf die Veröffentlichung?

NIAS: Die erste Platte war ein solider Start der Band und wenn man so will eine Chronik unser musikalischen Sozialisation. Mit Snowhite haben wir ein Team, das unseren Geschmack teilt und mit uns Grundsteine legt. Es hat sich in dem Jahr extrem viel getan, was unsere Live-Show, Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, Fanbase und vor allem das Team NIAS angeht. Alles in allem ein super Ausgangspunkt, um nun nachzulegen.
Ganz aktuell veröffentlichen wir ja unsere dritte Single ‚Rainwashed‘. Auf der am 09.11 zu erhaltenden EP werden Coverversionen von MISS PLATNUM, IBADET RAMADAI (Super700), NAIMA HUSSEINI und VON LEWALD sein.

Hier ist das

Ist es Euer Ziel, bis zu einem gewissen Grad zu einer festen Größe im deutschen Indiepop zu avancieren und deutschlandweit in größeren Hallen zu spielen und auch für größere Festivals gebucht zu werden, ähnlich wie es Berliner Acts wie Bodi Bill, Jeans Team oder Egotronic geschafft haben? Wirft man schon mal einen neidischen Blick auf diese Acts oder seid Ihr mit eurem derzeitigen Status zunächst einmal vollauf zufrieden?

Die besagten Acts sind sicher schöne Beispiele für gelungenes Musizieren made in Germany. Wir hätten sicher kein Problem, in deren Wegen zu gehen. Es gibt aber eben für NIAS nur den einen eigenen Weg, und wo der hinführt wird sich schon zeigen.

Viele Berliner Bands beklagen die Schwierigkeit, ein erreichtes Level zu steigern bzw. weiter voranzukommen. Ist Qualität letztlich gar nicht unbedingt gefragt, sondern spielen vielleicht gar Glück und Zufall sowie die richtigen Kontakte eine entscheidenere Rolle, um sich im Musikbiz zu etablieren bzw. voranzukommen?

Ja. Qualität kann in der „Popmusik“ ziemlich viel bedeuten, so dass es letztlich von Dritten entschieden wird, wo es für eine Band lang geht. Das Publikum ist von vielem zu begeistern, wenn es denn oft genug auftaucht.

In Albumrezensionen werden gerne Parallelen zu Bands wie Metronomy, Phoenix oder Two Door Cinema Club gezogen, was ja keineswegs die schlechtesten Referenzen sind. Gleichzeitig wird aber hier und da auch schon mal bemängelt, dass es Eurem Sound an Ecken und Kanten mangelt. Ärgert Euch das oder positioniert Ihr euch ganz bewusst als Vertreter eines eher geradlinigen, „eleganten“ Indiepop bzw. wie würdet Ihr euren stilistischen Ansatz bezeichnen?

Wir haben die erste Platte komplett in Eigenregie gemacht und freuen uns total, bei der zweiten die Luft nach oben weiter auszufüllen. NIAS steht mehr für musikalische Bewegung als einen statischen Sound und seine Klischees, den man ggf. Indiepop nennt. Elegant hin oder her… das Labeln von Musik kommt sowie so aus einer Zeit, als man Musik nur im Laden gekauft hat. Jetzt funktioniert Suchen und Finden ganz anders… der Begriff „Pop“ passt am besten, denn er ist undefiniert, zeitlos und universell.



Seht Ihr euch ganz im Sinne eures Bandnamens (sofern er denn auf die Insel Nias zurückgeht ;)) tatsächlich als eine Art Insel in der Berliner Indie/Electro-Landschaft, indem Ihr schon bewusst versucht, möglichst ein ganz und gar eigenes Profil zu entwickeln und Euch stilistisch abzugrenzen?

Das mit der Insel war ein Zufall!? Das Bild finden wir total geil. Aber wir sind große Fans vieler Musik. Was dann dabei herauskommt, wenn man selber was macht ist nicht zu steuern. Eigenständigkeit klingt erstmal gut.

Von der Single ‚She Would‘ gibt es einen schönen, von Saint Pauli angefertigten Remix. Wie kam es zu dieser Kollaboration und was sollte Eurer Meinung nach ein guter Remix leisten?

Ein Remix sollte dir auch im zu-esten Zustand ermöglichen, den Song zu erfassen und zu feiern. Das haben die Kollegen schön hinbekommen. Saint Pauli sind natürlich auch Freunde.

Im August seid Ihr beim Benfizfestival „Jenseits Von Millionen“ (u.a. mit Die Türen, Fuck Art, Let’s Dance, Die Heiterkeit, Me Succeeds…) aufgetreten, welche Erfahrungen habt Ihr gemacht und was unterscheidet dieses Fesival ggf. von anderen Festivals? War dies für Euch das erste Festival dieser Größenordnung?

Uns hat die Auswahl der Bands und das Familiäre an dem Festival am besten gefallen. Wir haben einige ähnlich große und auch schon größere Festivals gespielt, aber die Entfernung zu den Millionen hat uns sehr gefallen.

Welche größeren deutschen oder internationalen Acts habt Ihr bislang supportet bzw. mit welchen habt Ihr schon zusammengespielt, was waren dbzgl. die Highlights, gibt es besondere bzw. erzählenswerte Anekdoten?

Unsere Highlights waren zum Beispiel die Gigs mit THE NAKED & FAMOUS und BOY. Da konnte man sehen, was abgeht, wenn man sein Publikum in proper Fullhouse-Version trifft.

Das Jahr neigt sich ja schon wieder dem Ende entgegen, was waren 2012 Eure Highlights, welche (musikalischen) Neuentdeckungen hat ggf. jedes Bandmitglied gemacht?

Spank Rock, Modeselektor, Frank Ocean und Crookers waren vielleicht so die Top of the (achtung!) Pops dieses Jahr. An erster Stelle kommen aber immer noch unsere Kollegen von Super 700, vonLewald, Naima Husseini und Miss Platnum. Von denen man ggf. auch jemanden am Freitag im Rosi’s auf der Bühne sehen könnte…

Vielen Dank für das Interview und alles Gute für die Zukunft!

Das Album:

NIAS
Nias
VÖ: 09.03.2012
(Snowhite / Universal)

www.niasberlin.com
www.facebook.com/niasniasnias

Fotos © Nias / Inga Seevers
Autor: [EMAIL=thomas.stern@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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