NMFarner – Die Stadt

Dem hektischen urbanen Treiben einen Sound verpasst: Sagenhaft pulsierender Postpunk aus dem MINA/CONTRIVA-Umfeld.

Ursprünglich gesellte sich der Comic-Zeichner und KNARF RELLÖM-Drummer CHRISTIAN FARNER zu den beiden Berliner Kreativ-Köpfen MASHA QRELLA und NORMAN NIETZSCHE, um im Rahmen eines einmaligen Projekts für ein DIE REGIERUNG-Tribute deren Song ‚In Unserer Stadt‘ zu covern.

Wie das dann so ist, die Chemie stimmte, die musikalischen Vorlieben auch, und so entstand – im Gegensatz zum eher relaxten Sound ihrer angestammten Bands MINA und CONTRIVA – als Reminiszenz an deutschen New Wave der frühen NDW und britischen (Post-) Punk mit dem Album Die Stadt ein äußerst pulsierendes, hektisches und lärmendes Stück Musik, das bis zu einem gewissen Grad als musikalische Vertonung des modernen Großstadtlebens verstanden werden kann, zu dem beispielsweise ‚Der Junge Mann‘ vom Friedhof („Leider Alki… Voll-Alki“) und der Lidl um die Ecke ebenso gehören wie generell die zwischenmenschliche Entfremdung sowie die individuelle Abgrenzung gegenüber der gesichtslosen Masse („Was wollen diese Leute“ in ‚Was Wollen‘).

Nicht nur wegen der ähnlich hysterischen, sich gerne überschlagenden Stimme von NORMAN NIETZSCHE und dem derbe lostretenden Sound drängen sich natürlich sofort Vergleiche zu den Kölnern von VON SPAR auf, die dieses Jahr auf ihrem sensationellen Debütalbum Die Uneingeschränkte Freiheit Der Privaten Initiative mit ihrem elektronisch dominierten Post-No-Wave ja ebenfalls die (frühen) 80er hochleben ließen. Weniger elektronisch, aber ebenso treibend und ekstatisch, dabei wesentlich gitarrenlastiger als die Kölner: So verstehen NMFarner ihren musikalischen Ansatz und setzen dabei lediglich auf eine dezente elektronische Unterstützung und nur sehr sporadisch auch mal auf schwülstige NDW-Synthis.

Auf Die Stadt dominieren größtenteils tiefe, verzerrte Bassriffs und herrlich stakkatoartige, oftmals schrille Feedback-Gitarren (wunderbar in ‚Kenner‘), und gelegentlich versieht MASHA QRELLA die Songs auch mit explosiv initiiertem Geschrammel (‚Aha‘) und im letzten Song ‚Zwei Beine‘ gar mit einem ungewohnten, mächtigem Brat-Sound.
Gepaart mit den hysterisch-manischen Vocals erinnert das alles wahlweise an frühe FEHLFARBEN, DIE GOLDENEN ZITRONEN oder KOLOSSALE JUGEND und natürlich an britische Bands der Postpunk-Ära.

„Hier ist der Funke, der die Jugendzentren von 1985, die Indie-Rockclubs der Neunziger und die Party-Places des Jetzt zum Brennen bringt“ steht im Label-Presseinfo. Eine äußerst zutreffende Beschreibung für den Sound dieses imposanten Debüts.


NMFarner
Die Stadt
(Labels/ EMI)
veröffentlicht

http://www.labelsmusic.de

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