NO BALANCE – Lights On

Spot an für Griechenlands Indie-Export No.1…

Neu im Hause 11pm ist das griechische Independent-Label Librarian Records und somit die auf diesem Label veröffentlichenden NO BALANCE, die als Pioniere eines in südeuropäischen Gefilden ja immer noch ziemlich unterentwickelten emotionalen (Punk-) Rock gelten und hierzulande naturgemäß noch völlig unbekannt sind. In Griechenland und auch dem gesamten Balkan haben sie sich vor allem durch ausgiebige Touren in den vergangenen sechs Jahren den Status einer absoluten Vorreiter-Band in Sachen Indierock erspielt. Einge westliche Bands wie beispielsweise Schwedens LAST DAYS OF APRIL folgten bereits der Einladung der Band aus Athen, ihre Shows zu eröffnen. In den kommenden Wochen wird dann eine gemeinsame 7“ veröffentlicht werden.

Nun liegt mit Lights On also das Debütalbum des Quartetts vor, an dem sie in den letzten zwei Jahren mit Akribie gefeilt und gearbeitet haben, um mit dieser 9-Song starken Veröffentlichung auch im westlichen Europa den Bekanntheitsgrad zu steigern und die gemeinhin bestehenden Vorurteile gegenüber Bands aus südeuropäischen Ländern (vor allem dieses Genres) zu widerlegen.

Nach dem mit äußerst entspannten und fein ziselierten Gitarren aufwartenden Intro des Openers ‚Tomorrow Never Came‘ wechselt der Song dann (leider) in die auch im Folgenden auf dem Album vorherrschende Richtung eines mit etwas altbackenen, straighten Gitarren-Riffs versehenen, etwas biederen Emorock. Störend sind generell auch die manchmal etwas penetrant nach vorne gemischten und schiefen Vocals, die mit ihrer leicht aufgesetzt wirkenden Aggressivität über die gesamte Länge des Albums dann schon mal nerven, so dass bezeichnenderweise die beiden Instrumentals ‚Little Explosions‘ und das abschließende ‚Life’s Love Laugh‘ zu den stärkeren Tracks gehören. Überhaupt sind es oft die retardierenden, mit anspruchsvollen und interessanten Gitarrenstrukturen überzeugenden Breaks, die die Songs über den Durchschnitt heben und wohlige Überraschungsmomente bescheren, während die Songs als Ganzes einfach zu oft millionenfach Gehörtes aufbereiten.

Mit den erwähnten Instrumentaltracks sowie ‚The Sea Racers‘ oder ‚Survival Of The Fittest‘ sind allerdings durchaus einige überdurchschnittliche Songs vertreten, die -gepaart mit der deutlich zu Tage tretenden, aus der langjährigen Bühnenerfahrung resultierenden spieltechnischen Versiertheit- ein Reinhören in Lights On allemal rechtfertigen.
In südeuropäischen Gefilden mögen NO BALANCE ja tatsächlich noch als innovativ und spannend durchgehen, für unsere, bereits seit längerem an Bands wie SUNNY DAY REAL ESTATE, JIMMY EAT WORLD oder TRAIL OF DEAD geschulten (und von ihnen verwöhnten) Ohren ist ihr musikalischer Ansatz bestenfalls als solide zu bezeichnen.

NO BALANCE
Lights On
(Librarian Records)
VÖ: 02.02. 04

http://www.nobalance.net
http://www.11pm.de

Autor: Thomas Stern

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