PARADISE ISLAND – Lines are infinitely fine

Das Wort ‚Solo-Projekt‘ wörtlich genommen: seit zehn Jahren schließt sich Jenny Hoyston (sonst u. a. ERRASE ERRATA) dann und wann für PARADISE ISLAND mit ihrem 4-Spur-Rekorder und diversen Instrumenten ein und experimentiert mit Klängen.

Nach diversen 7″-Veröffentlichungen nun das erste ‚Full-Length‘ Album, Lines are infinitely fine. Da beept es hier und pluckert dort und es wäre ein Leichtes, das Ganze als pre-menstruelle Spielereien mit dem Computer abzutun. Das komplette Album klingt nach diesen Hidden oder Lustig-Tracks, die andere Bands auf ihr Album nehmen, um ihren Humor oder ihre Experimentierfreudigkeit zu beweisen oder auch um zu dokumentieren, wie viel Spaß sie bei den Aufnahmen zu ihrem Album hatten und wie toll sie immer zusammen jammen.

Irgendwie unfertig klingen die Songs, wie Rohware, die auf ihre Weiterverarbeitung wartet. So sind enden die Lieder oft abrupt, die meisten überschreiten erst gar nicht die zwei-Minuten-Marke. Immer wenn die Akustikgitarre zum Einsatz kommt, wird es JONI-MITCHELL-folkig, mit Elektrogitarre BREEDERS-rockig und ist der Drumcomputer im Einsatz und diverse Effektgeräte, denkt man eher an PEACHES. Überhaupt könnte das Album auch aus Berlin kommen, wo Frauen mit Hang zu Post-Punk-Electronic sehr gefragt sind. Nicht umsonst hat Jenny Hoyston bereits die Bühne mit den Damen von COBRA KILLER geteilt. Sie lebt jedoch mit ihrer Lebensgefährtin in Kalifornien und sagt selbst, dass der dunkle, psychedelische San Francisco Sound der 60er sie inspiriere.

Nun ja, jedem sein Paradies.

PARADISE ISLAND
Lines are infinitely fine
(Librarian Records)
VÖ: 02.02.2004

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