PANDA – Tretmine


Wer schmeißt denn da mit Lehm?



ANNA FISCHER: Jahrgang 1986, Größe 160 cm, Wohnort Berlin, „Max Ophüls Preis“ 2006 für Liebeskind (Regie: Jeanette Wagner) und „Goldene Kamera“ 2007 als beste Nachwuchsschauspielerin. Mit gerade einmal 21 Jahren hat die in Hohenschönhausen aufgewachsene Schauspielerin und Sängerin eine beeindruckende Filmografie aufzuweisen. Ab April 2008 wird sie übrigens in der Rolle der Jette in der Verfilmung von Fleisch ist mein Gemüse (Regie: Christian Görlitz) an der Seite von Autor Heinz Strunk, Rocko Schamoni, Bela B. u.a. zu sehen sein. Schauspiel und Musik standen bei der Urberlinerin schon immer gleichberechtigt nebeneinander; den Anfang machte sie im Alter von 10 Jahren mit dem Kindergirlgroup-Projekt ZUNGENKUSS, in dem sie Kinderreime zu elektronischer Musik trällerte. Später wurde sie von Regisseur Hans-Christian Schmid (u.a. Lichter, Crazy, 23 – Nichts ist so wie es scheint) entdeckt als sie in einem Kindermusical in der Volksbühne auftrat.

Die Geschichte der Band PANDA ist eher einem Zufall geschuldet. ANNA FISCHER war Gast einer Party des Musikers SASCHA NIEMAN, auf der dessen Band TOULOUSE auftrat, die schon damals aus CHRIS LIPPERT (guit), OSKAR ALPEN (drums), beide übrigens seit Jahren Mitglieder des Landesjugendjazzorchesters, CHRISTOPHER BRANDT (bass) und eben dem umtriebigen Berliner Songwriter SASCHA NIEMAN (guit, voc) bestand. Gerüchten zu Folge war es Liebe auf den ersten Blick: ANNA FISCHER schwang sich auf die Bühne und jammte spontan mit: der Anfang von PANDA. Etwas Geburtshilfe leisteten später Sängerin Luci van Org, die letzte Hand an die Texte anlegte und Ärzte-Bassist Rod González, der sich neben van Org für die Produktion verantwortlich zeigt.

Und das Ergebnis?: Großstadtmusik deluxe! Tretmine ist mit seinen 60s-Beat-, Punk- und Rock’n’Roll-Anleihen und den gleichermaßen rotzig-krawalligen und charmant-liebevollen Texten erfrischend einzigartig. Der hemmungslose Einsatz der „Berliner Schnauze“ von ANNA FISCHER setzt jedoch wenigstens eine Hassliebe für diesen Jargon voraus. Und wer Diskurspop mit von Schwermut durchsetzten, tiefsinnigen Metaphern erwartet, ist an der falschen Stelle. Hier wird vorzugsweise laut gepoltert und geschimpft (‚Jeht kacken‘, ‚Du kotzt ma an‘, ‚Terror anna Türe‘). ‚Hierbleiben‘ hingegen ist ein fabelhafter Großstadtchanson im Bossa Nova-Kleid.

‚Wer schmeißt denn da mit Lehm?‘, ‚Hermann heeßt er‘, ‚Nach meine Beene is ja janz Berlin verrückt‘, ‚Wegen Emil seine unanständ’ge Lust‘ – wenn man irgendwo Claire Waldoffs Vermächtnis spüren kann, dann hier. ANNA FISCHER schmettert einen Gassenhauer nach dem anderen (vorzüglich: ‚Frauen und Männer‘), ihre Band ist erstklassig und liefert enorm zündenden 60s-Beatpop (sehr geil: ‚Herzschmerzkacke‘) mit teilweise kompletten Bläsersätzen. Tretmine macht urst Laune, kannste globn!

PANDA spielen live am 17.09.2007 im Magnet und am 19.09.2007 im Postbahnhof (VERTIGO Abend zur Popkomm).

PANDA
Tretmine (Jeder Ist Für Sich Selbst Verantwortlich)
(Island / Universal)
VÖ: 07.09.2007

www.allespanda.de
www.myspace.com/allespanda
www.toulousepop.de
www.myspace.com/toulouseberlin

Autor: [EMAIL=jana.schuricht@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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