PET – Rewind The Sofa Lady


Herrlich organisch verwobener Pop-Eklektizismus aus Berlin.



Für die Aufnahmen zum Debütalbum Player One Ready (2004), das beispielsweise auch bei solchen DJ-Größen wie Steve Lamacq (Radio One) oder John Peel auf beachtliches Interesse stieß (die die Band dann gar zu Studiosessions einluden), fand der damals noch weitgehend allein vor sich hin frickelnde Berliner ANDRE ABSHAGEN (ex-Dauerfisch) zu seiner bis heute bestehenden Formation aus der bereits seit längerem in Berlin ansässigen MISS MONO sowie der italienischen Bandhälfte mit Schlagzeuger DODO NKISHI (zudem bei Mouse On Mars aktiv) und der Bassistin STEFANIA VACCA, um seitdem als deutsch-italienisches Quartett unter dem Bandnamen PET zu firmieren und sich nun also auch in dieser Besetzung an den Nachfolger Rewind The Sofa Lady zu machen.

Ihrem hehren Anliegen, einen modernen, ja futuristisch anmutenden bandtypischen Sound mittels diverser Versatzstücke der Musikgeschichte zu kreieren, kommen PET auf dem in Berlin innerhalb von zwei Wochen eingespielten Album durchaus ein gutes Stück näher, auch wenn sich natürlich schwerlich von einem nun völlig neu geschaffenen, einzigartigen Ansatz sprechen lässt, dafür war die Retro-Maschinerie der vergangenen Jahre doch zu inflationär in Bewegung, als dass 80er-Synthiesounds mit rock’n’rolligem Überbau noch für vor Staunen offene Münder sorgen würden.

Dennoch, zugute halten muss man ihnen zunächst einmal, einen über die komplette Länge des Albums insgesamt kohärenten, wunderbar warmen und organischen Soundteppich auszurollen, auf dessen breit angelegter Fläche sich neben gelegentlichen (Elektro-) Rock’n’Roll-Ausflügen (‚Why‘, ‚Dynamite‘) insbesondere vehement groovender Pop mit verspielter Synthi-Note (‚Whip My Blue Chip‘, ‚That Kinder Feeling‘) als auch basslastiger Funk mit dynamischen Hooks heimisch fühlen (‚Cloud Nine‘, ‚Out Of The Blue‘), letztere ebenfalls immer wieder gerne mit einer dezenten Prise Rock’n’Roll oder Glam versehen. Selbst ein instrumentaler, äußerst charmant entworfener, an krautrockige Psychedelia von Can oder (frühe) Kraftwerk gemahnender Ausflug in die 70er (‚Slow Machine‘) darf in diesem eklektizistischen Gesamtgefüge nicht fehlen.

PET möchten laut Drummer DODO mit Rewind The Sofa Lady eine musikalische Lücke füllen, indem sie die Zuhörer einerseits zum Tanzen und Feiern animieren, andererseits aber auch für diejenigen eine Atmosphäre schaffen, denen genau danach überhaupt nicht zumute ist. Insbesondere ersteres ist ihnen mit einer das Album überwiegend bestimmenden Tanzkompatibilität mit organisch ineinandergreifenden Grooves definitiv gelungen.

PET
Rewind The Sofa Lady
(Grönland/ Rough Trade)
VÖ: 20.10.2006

PET am 11.01.07 live in Berlin/ Sage Club

www.pet-music.com
www.gronland.co.uk

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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