PHONETIC – Berliner Act des Monats November


Stillstand ist der Tod: Eine Band in Bewegung.

Aus Suburban Phonetics wurde PHONETIC, Umbesetzung, Neuorientierung, Vorband für u.a. Elbow, Echo & The Bunnymen… PHONETIC sind heute Lars Hillesheim (Gitarre + Gesang), Martin Tetzlaff (Gitarre), Hans Matter (Bass) und Bernd Muschard (Drums). PHONETIC spielen Indierock. Bands in Berlin sprach mit Lars über das neue Album, Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Band.



BiB: Erst einmal Glückwunsch zum neuen Album Then More Blasts From The Kapelle (

BiB: Zum Einstieg wäre ein kurzer Abriss der PHONETIC-Bandgeschichte sehr nützlich… Und um die ebenso obligatorische Frage nach den musikalischen Einflüssen und Vorbildern kommen wir nicht drumherum…:

Lars: Die PHONETIC-Bandgeschichte ist schon relativ lang, und da ist ein kurzer Abriss wohl eher schwierig, aber im Grunde ist es wie bei den meisten Bands: Da gründen zweie ’ne Band, fragen noch ein paar andere Leute und legen los. Dann geht’s immer hoch und runter, man produziert Demos, E.P.s und sogar mal eine Vinyl-Single und schwupps – ist plötzlich das zweite Album da. Da sind wir nun. 4 E.P.s, 1 Single, 2 Alben, 4 Proberäume und ca. 120 Konzerte später. Alles (bis auf diese Vinyl-Single) ohne Label und/oder Manager ;). Immerhin haben wir seit neuestem eine unglaublich nette Bookingagentur (Mum-Entertainment). Das ist schon ein sehr wichtiger Schritt nach vorn.

Zu den musikalischen Einflüssen kann ich nur sagen: 4 Leute, 4 Gehirne, 8 Ohren. Da bringt jeder etwas mit. Ich hab als Teenager viel Punk gehört, bei Hans, unserem Bassisten war es eher Blues, Jazz aber auch Smiths bzw. Morrissey. Aber ich denke, dass man PHONETIC schon anhört, dass da viel von der Insel kommt, und das liegt wohl allen so ein bisschen am Herzen.

BiB: Wie war das Record-Release-Konzert am 4.10.06 im Frannz? Verlief es zu Eurer Zufriedenheit? Was sagen die Fans zu den neuen Songs?

Lars: Es war richtig toll. Die Location ist super, alles vom Feinsten, der Sound, die Bühne etc. Dann hatten wir mit Botanica aus NY eine Band als Headliner, die für viele schon fast eine Legende ist. Klar, dass der Support für Botanica eine tolle Gelegenheit für uns war, unser Album vorzustellen. Es war auch ganz gut gefüllt, so dass es Riesenspaß auf der Bühne gemacht hat. Hier hat alles gestimmt: die Leute, die Musik, die Bühne.

Unsere Fans sagen natürlich so Sachen wie „Echt toll! Super!“ etc. Schließlich sind die ja Fans. Aber zwischen den Zeilen kann man auch merken, dass es für einige schon überraschend ist, wie sich der Sound im Vergleich zum Vorgänger-Album verändert hat. Was das für uns bedeutet, wird die Zeit zeigen.



BiB: Und die Presse? Gibt es bereits Reaktionen auf das aktuelle Album – und wenn ja, wie geht Ihr als Band mit negativem Feedback um? Was war das Schlimmste/Schönste, was jemals über PHONETIC geschrieben wurde?

Lars: Da das Album wirklich erst seit dem 4.Oktober physisch fertig ist und wir ehrlich gesagt auch noch nicht die Zeit hatten, das Ganze an einen Riesen-Presse-Verteiler zu schicken, gibt es auch noch keine Pressereaktionen. Es gab auch bis jetzt noch kein negatives Feedback. Aber wenn man nicht gerade die absolute Scheiße produziert, sagt einem auch selten einer so was richtig Negatives.

Das Schönste, was jemals über PHONETIC geschrieben wurde? Es hat mal jemand über unsere Konzerte geschrieben, dass man sich danach vor Begeisterung am liebsten mit Kugelschreiber ‚PHONETIC‘ auf den Unterarm schreiben würde. Das ist doch mal was Schönes.

BiB: Habt Ihr an Band-Wettbewerben in der Vergangenheit teilgenommen? Und wenn ja, mit welchem Erfolg? Ihr kennt sicherlich das „emergenza“-Festival. Wie beurteilt Ihr beispielsweise diesen Contest?

Lars: Wir haben das früher mal gemacht, ja. Wettbewerbe spiegeln aber den Geschmack von Juroren wider, so dass dort in der Regel eher auf „Markttauglichkeit“ geschielt wird. Die landen dann schnell beim kleinsten gemeinsamen Nenner. Der können wir aber offensichtlich nicht sein.

Emergenza ist an sich eine tolle Sache, mich nervt nur unsäglich, dass die Bands da eine fette Startgebühr abdrücken müssen. Die Kosten der Veranstaltung aber tragen in der Regel Sponsoren. Da wird richtig am Hunger der Bands verdient. Ich hab auch noch keine Emergenza-Finale-Band wirklich groß rauskommen sehen. Ich seh das also eher skeptisch.

BiB: Welche Berliner Bands mögt Ihr persönlich und musikalisch gern und möchtet unseren Lesern empfehlen? Mit wem habt Ihr in der Vergangenheit schon zusammen gespielt? Habt Ihr ein Netzwerk?

Lars: Nein, ein Netzwerk wie beispielsweise Sinnbus haben wir nicht, aber wir sind mit vielen Leuten aus Berliner Bands befreundet und haben auch schon mit vielen gespielt. Aktuell zum Beispiel vor ein paar Tagen mit Team Blender im RAW Tempel. Wobei ich schon auch bei einer Bandempfehlung wäre. Eine zweite Bandempfehlung: Elyjah. Instrumentalrock mit Gesang. Unglaublich dynamisch, filigran, rockig, rotzig und symphatisch.



BiB: Eure Tonträger sind bisher alle, bis auf eine Single-VÖ auf phoebe music (’15 Minutes’ (2004)), in Eigenregie/-vertrieb erschienen. Arbeitet Ihr intensiv daran, einen Label-Deal zu bekommen oder lasst Ihr das einfach auf Euch zukommen? Ist die Musik „nur“ ein Hobby?

Lars: Nee, das ist nicht „nur“ ein Hobby. Ich hoffe, das hört man der Musik ja auch an. Wir möchten schon ein Label, bisher hat es aber einfach noch nicht geklappt. Wir arbeiten so intensiv daran, wie es uns möglich ist. Ist immer auch ein bisschen eine Frage des Geldes. So eine Promo-Aussendung kostet schnell mal ein paar hundert Euro. Und AlgII ist unser zweiter Bandname. Vielleicht waren wir bisher auch einfach immer nur zu doof, alles in die Musikproduktionen zu stecken. ;) – Nein, im Ernst. Wir versuchen es weiter, irgendwann klappt es dann hoffentlich.

BiB: Wie würdet Ihr rückblickend Euer erstes Album beurteilen? Welche früheren Stücke spielt Ihr heute noch besonders gern live? Was unterscheidet PHONETIC 2006 von PHONETIC im Jahr 2000? Und wo seht Ihr PHONETIC im Jahr 2010?

Lars: Unser erstes Album war und bleibt ein großartiges. Es klingt halt etwas anders als das neue, aber das ist auch gut so. Beide sind mit genauso viel Herz und Schweiß produziert worden. Wir spielen nach wie vor viele Stücke vom ersten Album live. Zum Beispiel ‚Shine And Die Away‘, ‚What Is A Steak Without A Knife‘ oder ‚I Cant Stand Up Resist And Fight‘.

Was PHONETIC 2006 von PHONETIC 2000 unterscheidet, ist in erster Linie hoffentlich, dass wir eine viel bessere Live-Band geworden sind. Und PHONETIC im Jahre 2010 sehen wir hoffentlich auf noch mehr Bühnen und als Klingelton.

BiB: Vielen Dank für das Interview! Wir wünschen Euch viel Erfolg für das Album, großartige Konzerte und – überhaupt – alles Gute!

www.phonetic.info

Fotos: © PHONETIC
Autor: [EMAIL=jana.schuricht@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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