PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUB – Faking To Blend In


Der Zampano of German Indie strikes back. Mit Berliner Unterstützung.



Groß vorstellen muss man eine der streitbarsten, aber auch schillerndsten und kreativsten Figuren der deutschen Alternative-Szene ja nun wahrlich nicht mehr.
Seit über 20 Jahren veröffentlicht der ursprünglich aus Dortmund stammende Eigenbrötler konstant qualitativ überdurchschnittliche Platten, die Mitt- bis Endachtziger Werke Philister, Aristocracie und Copperfield gehören neben Veröffentlichungen der Fehlfarben oder Einstürzenden Neubauten auch aus heutiger Sicht noch mit zum Innovativsten und Wegweisendsten, was dieses Jahrzehnt an musikalischer deutscher Underground-Kultur hervorgebracht hat.

Nach kurzzeitigem musikalischen Stillstand zur Jahrtausendwende meldete er sich spätestens mit der Wiederbelebung seines VOODOOCLUBs und insbesondere der Rückkehr seiner kongenialen Partnerin PIA LUND auf dem fabelhaften, explizit der Erinnerung an eine rührige Cassetten-Mixtape-Kultur sowie dem Sound der so genannten britischen C86-Szene um Bands wie The Wedding Present oder The Vaselines ein kleines Denkmal setzenden 2003er Album C90 eindrucksvoll zurück und widerlegte souverän alle zuvor noch ein wenig zu hämisch austeilenden Kritker, die das umtriebige Enfant Terrible schon lange in den Ruhestand schreiben wollten.

Mit dem Nachfolger Decadence & Isolation (2005) schloss er durchaus an diesen gelungenen Neuanfang an, um nunmehr mit dem jetzt erscheinenden neuen Album Faking To Blend In den charakteristischen Boa-Sound mittels Elementen aktueller Indie-Produktionen eine zusätzliche, etwaige auftretendem Stillstand entgegnende Note zu verleihen.
Dafür begab sich BOA, der sich ja immer gerne mit einer ganzen Heerschar an Produzenten umgeben und gar mit Legenden wie Tony Visconti oder John Leckie zusammengearbeitet hat, diesmal überraschenderweise ausschließlich in die Hände des jungen Berliner Produzenten (und bekennenden Fan insbesondere der ersten BOA-Alben) TOBIAS SIEBERT, der nicht nur mit seinen eigenen Bands KLEZ.E und DELBO, sondern mittlerweile auch mit den zahlreichen von ihm betreuten Veröffentlichungen zahlreicher Berliner Bands maßgeblich verantwortlich zeichnet für einen neuen, ganz eigenen Hauptstadt-Sound von Indiepop und Post(noise)rock.

Auch auf Faking To Blend In schüttelt BOA mit der ersten Singleauskopplung ‚On Tuesdays I’m Not As Young‘ sowie ‚Drinking And Belonging To The Sea‘ oder ‚In Todays Parties‘ wieder diese so unnachahmlich hymnischen Popperlen mit PIAs sirenenartig übergestülpter, seine eigenen Vocals so wunderbar kontrastierenden Engelsstimme im Stile all seiner vielen kleinen früheren Hits aus dem Ärmel und bewahrt sich auch dabei natürlich immer noch ein Quentchen Widerborstigkeit, ganz der unangepasste Querdenker, der er nun mal war und ist.
Darüber hinaus gibt es aber auch eine ganze Menge zu entdecken und zu bestaunen, wird – sicherlich nicht zuletzt dem Einfluss SIEBERTs geschuldet – das aus den bekannten BOA-Ingredienzen bestehende Grundgerüst beispielsweise mal mit verqueren Loops, flächigen wie minimalen Elektronik- und recht raumgreifenden Sequenzer-Passagen oder auch den inzwischen längst wieder so angesagten flirrenden 80er-Wavegitarren oder New Order-Basslines bestückt, während er im rasanten ‚You Hurt Me‘ oder dem im forschen Tempo der besonders VOODOOCLUB-typischen Tribal-Beats munter galoppierenden ‚How Much Can You Swallow‘ dann aber auch nur zu gerne und beherzt den schelmischen Rocker gibt.

PHILLIP BOA hat auf Faking To Blend In nichts von seiner Klasse eingebüßt, und auch die Zusammenarbeit mit TOBIAS SIEBERT hat sich definitiv als Quell einer frischespendenden, abgespeckten Variation seiner bisherigen Herangehensweisen erwiesen.

PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUB
Faking To Blend In
(Motor/ Edel)
VÖ: 03.08.2007

PHILLIP BOA & THE VOODOOCLUB am 26.09.07 live in Berlin/ Postbahnhof

www.phillipboa.com
www.motormusic.de

Autor: [EMAIL=thomas.stern@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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