PORT O’BRIEN – Threadbare


Getragen von den Wellen der Erinnerung.



Grau ist es dieser Tage draußen geworden. Und sucht man nach einer kleinen Aufmunterung, sollte man oberflächlich betrachtet wohl kaum das neue Album der ursprünglich aus Alaska stammenden PORT O‘ BRIEN wählen. Schwermütiger als der Vorgänger kommt es daher, traurig und sehr melancholisch zuweilen. Eine typische Herbstplatte also?

Die Hintergründe der Entstehung von Threadbare geben schließlich Aufschluss: die Aufnahmen wurden überschattet vom Unfalltod des Bruders von Sängerin Cambria Goodwin, und da ist es natürlich nicht verwunderlich, wenn sich dies auch musikalisch ausgewirkt hat. Und so schließen einerseits die von Van Pierszalowski gesungenen Stücke, wie ‚Leap Year‘ oder ‚Sour Milk/Salt Water‘, eher an die fröhliche Beschwingtheit des Vorgängeralbums All We Could Do Was Sing an, unmittelbar darauf folgende Lieder wie ‚Threadbare‘ hingegen werden von Goodwins Melancholie bestimmt, aber auch gerade davon getragen.

Was auf den ersten Blick wie ein Zwiespalt klingen mag, ist letztlich aber doch eine runde Sache geworden. Zwischen dem Opener ‚High Without The Hope 3‘ und dem Abschluss ‚High Without The Hope 72‘ finden sich weitere 11 Stücke, die den Hörer mitnehmen durch die Höhen und Tiefen menschlichen Daseins. Keine leichte Kost, gerade, wenn sich die Sonne draußen eh schon immer mehr hinter dicken Wolken versteckt. Und doch weiß man ja – früher oder später blitzt sie doch wieder dahinter hervor. So ist nun mal der Lauf des Lebens.

PORT O’BRIEN am 04.12.09 live in Berlin/ Lido

PORT O’BRIEN
Threadbare
(City Slang/ Universal)
VÖ: 02.10.2009

http://www.portobrien.com
http://www.myspace.com/portobrien

Autor: [EMAIL=verena.gistl@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Verena Gistl[/EMAIL]

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