RAZORLIGHT am 23.01.2007 im Kesselhaus

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The Empire strikes back!
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Das Konzert von RAZORLIGHT war für die Kalkscheune angekündigt, eine Chance auf einen Abend, wo die versammelte Zuschauer-Gemeinschaft ganz genau spürt, dass es wohl in nächster Zeit diese Band nicht noch einmal in so intimer Clubatmosphäre erleben wird können… und genießt, dabei gewesen zu sein. Doch dazu kam es nicht, man zog kurzfristig um in das Kesselhaus in der Kulturbrauerei. Der Andrang war nicht zuletzt wegen der im November gespielten Support-Show für MANDO DIAO in der Columbiahalle zu groß geworden für besagten Clubgig. Selbst das Kesselhaus, das auch als Mad-Max-Kulisse eine Chance hätte, wurde mit an die 1000 Tickets restlos ausverkauft.

Hungrige Britpop-Jünger haben ihre neue Helden für sich entdeckt. Und die Jungs von der Insel legten nach einem vernachlässigungswerten und mit freundlichem Applaus verabschiedeten Support-Gig der KARPARTENHUNDE auch furios los. Die Hitdichte der Setlist ist dabei groß, die Singles wie ‚In The Morning‘, ‚America‘ und ‚Before I Fall To Pieces‘, allesamt vom selbstbetitelten 2. Album, sind eingängige Popnummern mit Ohrwurmcharakter, die auch live von der Combo um Frontman JOHNNY BORRELL souverän umgesetzt wurden. Fast schon zu souverän. Die rar gesäten Ansagen zwischen den Tracks beschränkten sich auf Ausrufe wie „Guten Abend“ und „Wie geht’s?“, und auch wenn es nicht unbedingt zwingend nötig schien, zog BORRELL zur Hälfte des Programms oben rum blank und stellte sich auf Boxentürme. Vermutlich wie am Vorabend auch, irgendwo. Ein freundliches „Hallo, Hamburg!“ hätte auch nicht richtig überrascht. Es bleibt der fade Beigeschmack, dass die Band sich zu schnell an die doch eigentlich sehr plötzlich eingefallene Popularität gewöhnt hat, die Musik entschädigt aber in weiten Teilen. ‚Los Angeles Watz‘ lässt neben den vielleicht doch etwas unbeschwerteren Hitsingles der Band auch etwas Tiefe und Schwermut zu, eine epische Hymne auf Einsamkeit und Verzweifelung im 3/4-Takt, es geht nicht viel schöner.

Nach knapp 50 Minuten gehen aber bei den von vielen als legitime Erben von OASIS und BLUR bezeichneten Engländern auch schon die Lichter an. Nach zähen Applausorgien bequemt man sich zu zwei Zugaben und verlässt nach einer knappen Stunde Programm die Bühne. Diverse Unmutsbekundungen und vereinzelte leere fliegende Bierbecher sind die Reaktion. Es mag sein, dass die vier Briten tatsächlich angeschlagen in das Konzert gingen, im Vorfeld wurden sämtliche Interviewtermine krankheitsbedingt abgesagt, aber einige Freunde dürften RAZORLIGHT mit dieser Show verloren haben. Schade, dass sie so schnell erwachsen geworden sind.

www.razorlight.co.uk
www.kesselhaus-berlin.de
www.trinityconcerts.de

Autor: [EMAIL=alexander.knoke@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Alexander Knoke[/EMAIL]

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