RICHARD HAWLEY – Truelove’s Gutter


Dunkle Zuckerwatte.



Es wird Herbst. Die Tage werden dunkler, die Platten auch. Paradebeispiel für Letzteres ist RICHARD HAWLEY mit Truelove’s Gutter. Der Mann aus Sheffield hat einst bei den sträflich unterschätzten Longpigs die Gitarre bedient und war in deren Spätphase auch mal bei Pulp aktiv, schließlich pflegt er eine Freundschaft zu Jarvis Cocker. Während jener zuletzt eine erstaunliche Kehrtwendung zum Rock vollführt, ergeht sich HAWLEY nun in notorisch trägen, aber von subtiler Schönheit durchsetzten Balladen.

Eine nette Anekdote zur Entstehung des Albums betrifft den Chef des Mute-Labels, Daniel Miller. Jener wollte von HAWLEY angeblich explizit unkommerzielles Material. HAWLEY soll mit der Frage gekontert haben, wieviele Platten dieser Art es denn sein dürften.

Vergleiche zu Truelove’s Gutter, die gern aufgeführt werden, reichen von Lee Hazlewood über Scott Walker bis zu Jarvis himself. Das alles ist überhaupt nicht zu hoch gegriffen und illustriert nur, welch beinahe archaisch anmutenden, watteweichen Sound und welch staatstragende Melodien RICHARD HAWLEY hier produziert hat. Allerdings nur acht Songs an der Zahl, die es immerhin auf gut 50 Minuten bringen. Definitiv kein Schnellschuss.

RICHARD HAWLEY
Truelove’s Gutter
(Mute/ EMI)
VÖ: 18.09.2009

www.myspace.com/richardhawley
www.richardhawley.co.uk
www.emimusic.de

Autor: [EMAIL=sebastian.frindte@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Sebastian Frindte[/EMAIL]

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