STEVIE WONDER – A Time To Love

[B][I]A Time To Love[/I] ist eine Hommage an das Leben und die Liebe.[/B]

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[BLOCK]Als es darum ging, wer nun das neue Album von STEVIE WONDER rezensieren darf, war ich der der am lautesten geschriehen hat. Und als ich im dazugehörigen Pressetext mit Zahlen bombardiert werde, wurde ich in meiner Gier bestätigt.
Eine kleine Auswahl: Bereits mit 10 Jahren unterschreibt klein STEVIE seinen ersten Plattenvertrag, als sein erstes Album [I]The Jazz-Soul Of Little Stevie[/I] erscheint, spielt der mittlerweile Zwölfjährige darauf Piano, Harmonika, Orgel und das Schlagzeug selbst ein. Mit dreizehn Jahren belegt er 1963 als erster Künstler gleichzeitig Platz eins der Album- und Single-Charts. Mit nur 21 Jahren unterschreibt er einen Plattendeal bei Motown zu seinen Konditionen und hat damit die absolute Kontrolle über sein Werk. Ein Visionär. Und das alles zieht sich durch, bis zum heutigen Tage, die Karriere des Künstlers ist eine Ausnahme. Alle hier nicht aufgelisteten Zahlen sind ebenso imposant, glaubt mir einfach.

Mit [I]A Time To Love[/I] erschien dieser Tage das mittlerweile 36ste Album des gerade mal 55-Jährigen musikalischen Genies. Und was keine Überraschung sein dürfte, er hat den Soul. Es gibt moderne Dancefloor-Hüftschwinger wie ‚What The Fuss‘, mit keinem geringeren als Prince an der funky Gitarre oder das pulsierende 70s-lastige Disco-Stück ‚Please Don`t Hurt My Baby‘. Sir Paul ’nicht unbedingt mein Lieblings Beatle‘ McCartney lässt sich für das Titel Stück ‚A Time To Love‘ herab: obendrein auch noch einem eher schwachen Song des Albums, der vom leidigen Thema Rassismus handelt, mit einem zu dollen Schwenk ins Pathetische. Ob da Sir Paul zu sehr seine Finger im Spiel hatte?

Natürlich erfindet STEVIE WONDER hier nichts Neues, das hat er ja schon Jahre zuvor alles getan und mittlerweile nicht mehr nötig. Aber er schaukelt das Baby gekonnt nach Hause. Er zeigt es allen aufgesetzten R’n’B–Püppchen, die auf den Musikkanälen rumgeistern. Er zeigt, dass man auch kitschige Liebeslieder wie zum Beispiel ‚Sweetest Somebody I Know‘ singen und trotzdem sein Gesicht wahren kann. Man fühlt sich zurück versetzt in sämtliche Dekaden seiner Schaffungsphase, bei ‚My Love Is On Fire‘ sind es etwa die 80er und viele Songs pendeln sich zwischen den 60er, 70er und 90ern ein.

Seine erste Single Auskopplung ‚Positivity‘ unterstreicht nicht nur textlich sondern auch Party- und Good-Vibrations-mäßig die Qualität dieses Motown Outputs. [I]A Time To Love[/I] ist eine Hommage an das Leben und die Liebe. STEVIE WONDER, der das Album auch produziert hat, glänzt gewohnt durch ausgereiftes und überlegtes Songwriting und dadurch, dass er sich treu bleibt und macht, was er will. Ja, es ist Pop. Und wenn schon, es ist schließlich STEVIE WONDER. Mit ‚I Just Call To Say I Love You‘ hat er meine Jugend immerhin ein wenig mitgeprägt, ich musste – oder besser gesagt – ich durfte den Song im Musikunterricht singen. Und eine Zeile daraus ‚From The Bottom Of My Heart‘ hat er jetzt erneut verwendet, um ein schönes und schmalziges Liebeslied zu komponieren.

Wer ihn mag, wird ihn weiterhin mögen, wer ihn noch nie leiden konnte, wird ihn mit [I]A Time To Love[/I] auch nicht unbedingt lieb gewinnen. Wer sich unsicher ist, kann getrost mal reinhören. Dazu empfehle ich den besten Track des Albums ‚What The Fuss‘ sowie Track 4 (‚From The Bottom Of My Heart‘)und Track 14 (‚Positivity‘).[/BLOCK]

[LEFT]STEVIE WONDER
[I]A Time To Love[/I]
(Universal International Division)
VÖ: 21.10.2005

www.steviewonder.com
www.motown.com

Autor: [EMAIL=marceese@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]marceese[/EMAIL][/LEFT]

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