Subway To Sally am 11.11.07 im Huxley’s

Subway To Sally

Dass SUBWAY TO SALLY, die Potsdamer Mittelalter-Metaller, den Großteil ihres Lebens auf der Bühne stehen, ist bekannt. Am Martinstag bewiesen sie im Rahmen der Bastard-Tour zu ihrem neuen Album zudem, dass die Live-Routine nicht nur Aufmerksamkeit verbreitet, sondern auch ihrer klanglichen Qualität nur förderlich ist. Die E-Gitarren- und Violinen-Kompositionen schütteln sie aus dem Ärmel, wovon sie sich eine andächtige Fangemeinde verdanken.

Huxley’s Neue Welt ist wie geschaffen für den Supportact COPPELIUS. Die sechs vornehm gekleideten Herren machen den, mit dem schwarz gewandeten Publikum angefüllten, Ballsaal zum Teil ihrer Varieté-artigen Darbietung. Schwarz-weiß geschminkt und mit Requisiten in der Hand erklingt eine Musik, die die konsequente Weiterentwicklung des Mittelalter-Rock darstellt, hin zu Stücken, die auf die E-Gitarre verzichten und stattdessen Klarinetten, Cello und Kontrabass ins Zentrum stellen. Nicht nur in dem heißen Solo gen Ende weist Drummer NOBUSAMA darauf hin, dass das Schlagzeug die Band auf Geschwindigkeit hält. Dazu wechseln sich vier Sänger mal auf englisch, mal auf deutsch ab (wie beim gelungenen ‚Urinstinkt‘). Zusammen ergibt das ein interessantes, des Ausbauens wünschenswertes Konzept.

Kurze Zeit nachdem beim coppelisierten IRON MAIDEN-Klassiker ‚Murders In The Rue Morgue‘ „das Haupthaar kräftig geschüttelt“ wurde, bittet der „Butler“ BASTILLE den SUBWAY TO SALLY-Sänger ERIC („FISH“) HECHT auf die Bühne. Der Mann mit der weißen Mähne wird von der Vorband als Freund und Gönner gefeiert und lässt sich zu einem Duett einladen.

Nach den Umbauarbeiten wird dem angeheizten Auditorium über zwei Stunden SUBWAY TO SALLY pur geboten. Den Auftakt macht das chorale ‚Canticum Satanae‘, dem ein Großteil des neuen Bastard-Materials folgt. Die groovenden Tanz- und Kampfansagen wie ‚Puppenspieler‘ sind Geschenke an die Fanbasis. Das Septett hat ihre Konsolidierungsphase voller Statements zu Religion und Leben hinter sich und arbeitet eher an ihrer Musik, denn an ihrem Image. Ihre Haltung gegenüber der Welt tritt eher in den alten Hits zutage, etwa wenn zu ‚Falscher Heiland‘ bewegte Bilder vom Irakkrieg laufen.

Das Tempo und die Hitze des Konzerts bleibt von Anfang an auf hohem Level und wird von den souveränen Bandmitgliedern angefacht. HECHT hat sich eine starke, dominante Stimme erarbeitet. Er gibt seine Paraderolle als Hohepriester, wenn Fackeln an seinem Mikro züngeln, um anschließend mit seinen Kollegen zu ‚Meine Seele Brennt‘ Feuer zu spucken. Das Bild vom mittelalterlichen „fahrenden Volk“ hält die Band also weiterhin wach, genau wie das der Minne, wenn bei einem stillen Intermezzo E-Gitarrist INGO HAMPF HECHT auf der Laute begleitet. ‚Wehe Stunde‘ ist auch als Reprise an die Nackt-Akustik-Tour (bis zum Sommer dieses Jahres) zu verstehen.

Genau so liebt die tanzende Masse ihre Band und singt die Texte lauthals mit. Nur natürlich, dass der Zugabe-Aufforderung der Fans „Blut, Blut, Räuber saufen Blut!“ (‚Julia und die Räuber‘) umgehend nachgekommen wird. Die Antwort ist die Fanhymne ‚Ohne Liebe‘. Na, wenn das kein Einverständnis ist.

www.subwaytosally.com
www.coppelius-band.de

Foto: © SUBWAY TO SALLY

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