SUPER FURRY ANIMALS am 28.11.2007 im Knaack

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Gewohnt großes Entertainment von und mit den walisischen Großmeistern des abgedrehten, psychedelischen Pop.
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Sechs lange Jahre ließen sich die flauschigen Tierchen Zeit, um deutschen Landen bzw. der Hauptstadt mal wieder den lang ersehnten Besuch abzustatten.
In ihrer britischen Heimat gelten sie ja seit langem als hochverehrte (Kult-) Institution, hierzulande müssen die walisischen Meister des abgedrehten Pop seit jeher kleinere Brötchen backen und mit entsprechend kleineren Locations, in diesem Fall dem altehrwürdigen Knaack Klub, vorlieb nehmen, was dem gerne mit allerlei Gimmicks aufwartenden, schon mal unberechenbaren Treiben der Band um GRUFF RHYS infolge des intimen Rahmens und der dadurch erzielten Unmittelbarkeit des Gebotenen und Gesprochenen dennoch keineswegs abträglich sein sollte.

So konnte man also mal wieder aus nächster Nähe einem Konzert beiwohnen, das nicht nur durch Sound und Songs, sondern mindestens zur Hälfte auch durch die außergewöhnliche Performance und den ganz speziellen SFA-Humor und -Charme bestechen sollte. Letzterer äußerte sich dann nach quasi als Warm-up fungierenden noch relativ konservativ gehaltenen ersten 20 Minuten inmitten karger Bühnendeko nach und nach und umso furioser in u.a. mittels wildem Kreuzen von Gitarren- und Bassstegen ironisch gebrochenen Rockposen, der Aufforderung ans Publikum, durch hasenohrartig wedelnde Finger am Hinterkopf die Akustik des Clubs zu verbessern, von RHYS dicht vorm Mikro rhythmusbegleitend verspeister Paprika oder, sicher als Höhepunkt, RHYS’ Ausflug mit einem überdimensional blinkenden, umgestalteten (Motorrad-) Helm als eine Art furchteinflößender, jedoch eher possierlich anmutender Außerirdischer ins bzw. durchs Publikum nach der das Konzert in zwei Hälften einteilenden, vielleicht dem Champions-League-Abend geschuldeten und als solche zuvor angekündigte gut fünfzehnminütigen Pause.

Nach einer kurzzeitig zu einem kleinen running gag mutierten Aufforderung an die Barbedienungen, die Pause zu nutzen und Schnaps für alle zu servieren (der dann – von der Band mit 50 EUR bezahlt – zu Beginn der zweiten Hälfte des Konzerts zumindest an 25 Glückliche in den ersten Reihen tatsächlich auch gereicht wurde) und des gleichzeitigen vergeblichen Bittens um eine Pizza wurde dann aber wieder musikalisch ernsthaft nachgelegt, denn darauf verstehen sich die SUPER FURRY ANIMALS bei allem sympathischen Live-Klamauk nach inzwischen acht Albumveröffentlichungen logischerweise immer noch am besten.
Teils mit drei Gitarren, meist mit mindestens zweistimmigem Gesang wurden nicht nur neue Songs wie ‚Run-Away‘ oder ‚The Gift That Keeps Giving‘ vom fabelhaften aktuellen Album Hey Venus, sondern auch Bewährtes wie ‚Northern Lite‘ (im von RHYS angekündigten „Teenage Fanclub style“), ‚Respect For The Respectable‘ oder ‚Rings Around The World‘ vom gleichnamigen, meisterlichen 2001er Album hier reduzierter und griffiger, da psychedelisch-ausgefranster auf die Bühne gebracht, und auch ihr vom selben Album stammender wunderbarer kleiner Smashhit ‚Juxtaposed With U‘ erfuhr live eine schöne musikalische Umsetzung inkl. besonders vocoderverfremdeter Vocal-Interpretation.

Zum Abschluss kam dann zum Song ‚Keep The Cosmic Trigger Happy‘ nochmal der riesige Helm zum Einsatz, bevor vom Keyboarder sowie Gitarrist HUW BUNFORD hochgehaltene Karten mit Aufschriften wie „Danke, Berlin“ und „Bleibt Euch Treu“ nach gut 90 Minuten unmissverständlich das endgültige Ende einer jederzeit unterhaltsamen, musikalisch absolut überzeugenden Show der sympathischen walisischen Pop-Weirdos einläuteten, die hoffentlich nicht noch einmal durch eine solch immens lange (Live-) Abwesenheit glänzen werden.

www.superfurry.com
www.myspace.com/superfurry

Autor: [EMAIL=thomas.stern@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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