THE BLUE VAN – Man Up


The Art of (Rock’n‘) Rolling.



Achtziger, Neunziger, neues Jahrtausend gar? Nie gehört. Könnte man zumindest im Fall von THE BLUE VAN vermuten, die sich so dermaßen demonstrativ vor dieser Zeit einquartiert haben, dass sich jegliche weitere Fragen nach Inspiration und resultierender musikalischer Schublade erledigt haben: it’s Rock’n’Roll, Baby!

Dabei sehen Steffen Westmark, Søren Oakes Christensen, Allan Villadsen und Per Jørgensen zwar optisch verdächtig authentisch aus, dürften die Originalepoche allerdings höchstens vom Hörensagen kennen – es sei denn, im idyllischen Nordjütland hat sich irgendwo ein schwarzes Zeitloch versteckt. Und sollten die vier Herren DAS behaupten, dann wäre es wohl tatsächlich an der Zeit, den „blå varevogn“, das dänische Äquivalent zu unseren Männern mit den weißen Jacken, zu rufen.

Bevor es aber so weit kommt, beschäftigen wir uns doch lieber mit Man Up, dem inzwischen dritten Album der Dänen und stellen fest: Orgel. Orgel ist das Zauberwort und sorgt zusammen mit lauten Gitarren für den angestrebten Wumms. Dass sich zwischendurch auch mal ein ausgewachsener Rap ins Werk verirrt hat (‚I’m A Man‘), überrascht, aber kann vernachlässigt werden, weil der Rest einfach so unverschämt Retro klingt, dass man am liebsten umgehend zum Kleiderschrank der Eltern flitzen und deren alte Klamotten wieder für das richtige Komplettgefühl ans Tageslicht zerren möchte. Allein ‚Man Up‘ könnte nämlich auch (oder gerade) einige Augen dieser Generation verklärt zum Leuchten bringen und geseufzte Aussagen wie „ja, damals… das waren noch…“ beflügeln, spätestens beim Refrain von ‚There Goes My Love‘ wird dann nach den ehemals langen Haarsträhnen getastet und vielleicht sogar kurz darüber nachgedacht, die leicht angestaubte Klampfe wieder aus ihrer dunklen Ecke zu befreien.

Wer sich bei THE BLUE VAN im Laufe des Albums also selbst am Kopf kratzt und zu überlegen beginnt, woher und warum ihm das alles so bekannt vorkommt, kann die „Schuld“ entweder in seiner Kindheit/Jugend (oder der seiner Erzeuger) suchen oder, so ganz nebenbei, kurz über seinen Fernsehkonsum nachdenken. Denn auch dort wurde bereits so einiges verwurstet.

THE BLUE VAN live in Berlin
Mittwoch, 07.04.10 // Bang Bang Club
Einlass: 20 Uhr
Beginn: 21 Uhr
VVK: 13,50 Euro

THE BLUE VAN
Man Up
(Iceberg Records / InterGroove)
VÖ: 26.02.2010

http://www.thebluevan.com
http://www.myspace.com/thebluevan

Autor: [EMAIL=verena.gistl@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Verena Gistl[/EMAIL]

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