THE DIGGS – Commute


Atmosphärischer Indierock aus New York.



Mein iPod wartet vor allen Dingen unter „T“ mit zahlreichen Bands auf. Zu 80% sind das auch noch Bands mit dem kleinen Wörtchen „The“ am Anfang. The Beatles, The Hives oder The Weakerthans finden sich zum Beispiel dort, und neuerdings auch eine Combo aus dem schönen Städtchen New York. THE DIGGS nennen sie sich und ziehen besonders durch ihre sehr atmosphärischen Indierocksongs die Aufmerksamkeit auf sich.

Zusammen mit seinen zwei Mitstreitern Robert Haussmann (Bass) und Charlie Schmid (Drums) pflastert sich Tomothy Lannen auf Commute eine Hymne nach der anderen zusammen. Irgendwo zwischen Nada Surf und Jimmy Eat World finden sie klanglich ihre Basis und bauen behutsam Ton für Ton auf, bis der Turm fast kollabiert. Die Drums werden langsam eindringlicher, der Bass kriecht behutsam die Treppen hoch und schaukelt sich mit Stromgitarre und Gesang bis an die Spitze. Ein letztes Mal noch Luft holen in schwindelerregender Höhe und dann die berühmte Ruhe vor dem Sturm. Kurz darauf bricht alles zusammen und entlädt sich in einem musikalischen Orkan, der alles wegfegt. Verzweifelt probiert sich Lannen noch mit seiner Stimme gegen die losgetretene Naturgewalt zur wehren, geht aber in den niederstürzenden Gitarrenwänden unter. Am Ende steht der Hörer mit weit aufgerissenen Augen verdutzt da und vergisst fast das Atmen nach diesen fünf Minuten.

So gestaltet sich der Aufbau vom Opener ‚It’s just like you say‘, und hier wird deutlich, wo die Stärken, aber auch eventuelle Schwächen der Band liegen. Sie schaffen es, eine selten erreichte Spannung zu erzeugen, und dieser Bogen zieht sich durch alle Stücke ihres Albums. Allerdings ist wirklich jeder Songaufbau gleich. Ein etwas verhaltener Anfang und dann die Steigerung bis hin zur völligen Ekstase. Für Überraschungen ist hier kein Platz und das strapaziert auf Dauer etwas den Hörgenuss.

Commute ist deswegen noch nicht der ganz große Wurf der drei New Yorker, allerdings allein schon wegen ‚It’s just like you say‘ oder dem letzten Track ‚Trouble Everyday‘ absolut empfehlenswert. Wer dann doch genug von Spannungsbögen hat, der klickt einfach den nächsten Interpreten in der Playlist an. Es gibt ja schließlich noch massig andere Bands mit „The“.

THE DIGGS
Commute
(Sugarspun Records/ iTunes)
VÖ: 26.01.2007

www.thediggs.com
www.myspace.com/thediggs

Autor: [EMAIL=julius.barg@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Julius Barg[/EMAIL]

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