THE DØ – A Mouthful


So schmeckt der Frühling – Guten Appetit!



A Mouthful geisterte schon eine ganze Weile vor der Veröffentlichung in Deutschland im Netz umher. Um den Tonträger auch haptisch zu erfahren, musste man bisher seine Kopie in Frankreich bestellen. In unseren Gefilden kommt man jetzt eine ganze Ecke verspätet in den Genuss dieser Popperle; zum Glück verdrehte uns vorab die charmante Single ‚On My Shoulder‘ wochenlang den Kopf.
Auf ihrem Debüt webt das französisch-finnische Duo DAN LEVY und OLIVIA BOUYSSOU MERILAHTI einen farbenfrohen Pop-Patchworkteppich. Verspielt versuchen sich The DØ an so vielen Stilen, wie es die Albumlänge erlaubt.

A Mouthful eröffnet mit einer lebhaften kleinen Melodie und kindergleichen Stimmen, die rufen: „We — are — not — cra– zy! / We are not afraid of your grown-ups / We’ll go ask the queen of this kingdom / If you won’t let us play with screws and hammers!“ MERILAHTI schließt mit einem kleinen Song der Milde und Nachsicht an: „Now boys play with pink girls at the break / See they’re not blindly stuck up with colours / And girls like to run with boys / In the muddy school garden… girls and boys, gigglin‘ and sharing…“

Das Musik-Karussell dreht sich weiter, und es ertönen die entspannten Gitarren von ‚At Last‘ („Oh girls I found what you’re still craving for“) und das Wehklagen von ‚On My Shoulders‘. ‚Song For Lovers‘ ist die Zuckerwatte des Albums: MERILAHTI säuselt sehnsüchtig: „Here’s a song for lovers / Who don’t care if they don’t sleep / If dragonflies with heavy hearts / Cut the air like darts… You were far too young dear / To get so close to the clouds / No one told you to stay awake / For pleasures of that kind.“

Diese Ballade ist zwar das verzückendste Stück auf der Platte, aber der Zauber hört mit ihm nicht auf. Der Fächer beginnt sich erst zu öffnen – stampfender Gitarrenpop, beschwingte Melodien, finnische Dancemusik mit Akustikinstrumenten angereichert, Elektroauswüchse, unheimliche Gesangsschwaden und sanfter Pianopop… Die Platte geht mit dem dreckigen Lofi-Indierock von ‚Travel Light‘, dem Orgel-gesättigten ‚Aha‘ und dem scheppernden ‚In My Box‘ zu Ende.

The DØ an einem Sound fest zu machen, ist also nicht möglich. Die Platte wird mit fortschreitender Minutenzahl immer wilder und unterschiedlicher. Dadurch, dass hier großzügig Stile gemixt oder nebeneinander gestellt werden, entbehrt die Songsammlung auf A Mouthful leider jeden Zusammenhangs, wodurch das Album das Prädikat „perfekt“ nicht ganz erreicht.

The DØ (+ DATAROCK) am 16.05.09 live in Berlin/ Magnet Club

THE DØ
A Mouthful
(Ministry of Sound)
VÖ: 17.04.2009

www.thedo.info
www.myspace.com/thedoband

Autor: [EMAIL=alexandra.wolf@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexandra Wolf[/EMAIL]

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