THE HEAVY – Great Vengeance And Furious Fire


Charmante Retroexplosion.



Im Jahre 1958 veröffentlichte der amerikanische Rock’n’Roll-Star Eddie Cochran die Hits ‚C’mon Everybody‘ und ‚Summertime Blues‘ und schaffte damit nicht nur zeitgenössische Klassiker, sondern beeinflusste mit seinem ungeschliffenen Gitarrensound auch die nachfolgenden Musiker-Generationen – namentlich Bands wie The Who oder die Sex Pistols. Nur zwei Jahre später wurde der erst 21-Jährige während einer Europatournee in einen Autounfall verwickelt und verstarb im Hospital der Ortschaft Bath im Südwesten Englands. Fast 50 Jahre nach ‚C’mon Everybody‘ scheint sich nun die Seele Eddie Cochrans in ebendieser Kleinstadt wieder manifestiert zu haben: Die Bathonier THE HEAVY entfachen auf ihrem Debütalbum Great Vengeance and Furious Fire nämlich ein Soundfeuerwerk, das die Rohheit der frühen Rock’n’Roll-Tage verinnerlicht hat, ohne freilich die dazwischen liegenden Jahrzehnte der Musikgeschichte zu verleugnen.

Der Albumtitel verspricht nicht zuviel, denn bereits mit den ersten Klängen des Openers ‚That Kind of Man‘ eröffnet sich eine Soulexplosion, die sich der Intensität und Lebhaftigkeit eines James Brown als würdig erweist. Damit ist der Rahmen aber nicht mal grob abgesteckt:
THE HEAVY verarbeiten in der Folge Motive aus Hiphop (‚Girl‘) und Blues (‚Bruckpocket’s Lament‘), lassen fuzzigen Stooges-Gitarren (‚In The Morning‘) schwere Deep Purple Gitarrenriffs folgen (‚You Don’t Know‘). ‚Set Me Free‘ kombiniert die Lässigkeit Money Marks mit einem Rhythmus-Sample des Stoneshits ‚Honky Tonk Woman‘, das Bassriff auf ‚Dignity‘ erinnert an Sam & Dave’s ‚Soulman‘ und die Bluesballade ‚Who needs the Sunshine?‘ endet mit einer Referenz an den Klassiker ‚Pledging my love‘. Darüber meandert Sänger Swabys Stimme mal cool, mal leidenschaftlich zwischen Prince und Ian Svenonius von The Make-Up.

Das künstliche Schallplattenknistern rundet eine charmante Retroromantik ab, die warme Farben, Sonnenbrillen und Schlaghosen assoziiert und Great Vengeance und Furious Fire zu einem zeitlosen Album macht, das man durchaus auch im nächsten Sommer noch hören kann, denn da gehört es doch irgendwie hin. Aber wie drücken es THE HEAVY selbst aus: Who needs the Sunshine when you’re here? Wie weise. Nicht wahr, du neues Lieblingsalbum?

THE HEAVY
Great Vengeance and Furious Fire
(Counter Records/ Ninja Tune/ Rough Trade)
V�: 26.10.2007

THE HEAVY am 05.12.07 live in Berlin / Cassiopeia

www.myspace.com/theheavy73
www.timec.net/ninjatune/index.php/Counter-records
www.roughtrade.de

Autor: [EMAIL=arne.wellding@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Arne Wellding[/EMAIL]

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