THE KILLERS am 10.03.2007 in der Arena Treptow


Viva Las Vegas!



Bekanntermaßen traten die KILLERS vor gut zwei Jahren mit ihrem Debütalbum Hot Fuss an, um ausgerechnet von Las Vegas in der Wüste Nevadas aus mit stilechtem Glam- und Indiepop britischer Prägung die Tanzflächen und Rockbühnen dieser Welt zu stürmen. Den Erfolg von Hot Fuss toppten sie im vergangenen Jahr mühelos mit dem konzeptionell ausgerichteten, von den britischen Produzentenikonen Flood und Alan Moulder nunmehr noch stärker in Richtung melodramatischen Bombasts mit Indie-Appeal gerückten Sam’s Town, mit dessen Veröffentlichung gleichzeitig ein medienwirksam visualisierter Stilwandel hin zu Western- und Cowboy-Outfits, Schnäuzern und Vollbärten einherging.
Als Liveband haben sich die Jungs um BRANDON FLOWERS in den vergangenen Jahren ohnehin einen mehr als exquisiten Ruf erspielt, so dass es dann letztlich wenig verwunderte, dass trotz ihres dritten Berlin-Gastspiels binnen eines Jahres der Umzug von der ursprünglich gebuchten Columbiahalle über den Tempelhofer Hangar in die ca. 7000 Besucher fassende Arena Treptow vollzogen wurde.

Leider viel zu zeitig für die andere Anfangszeiten gewöhnten Berliner eröffneten die tapferen Briten von MUMM-RA den Abend, die aber mit einem den KILLERS nicht unähnlichen Sound und vor allem mit ihrem das Set abschließenden schon bekannten kleinen Hit ‚Out Of The Question‘ bei den bereits Anwesenden mächtig und durchaus nachhaltig punkten konnten.
Nach 30-minütiger Pause fiel dann der Vorhang zum bevorstehenden Spektakel, und THE KILLERS betraten zu einer herrlich theatralischen, spannungserzeugenden Morricone-Gedächtnis-Ouvertüre und Bildern von kargen Wüstenlandschaften auf der überdimensional großen Leinwand getreu dem zuletzt vollzogenen Imagewandel unter ohrenbetäubenden Begeisterungsarien die zirkusartig hergerichtete, nicht minder große Bühne, um mit der von Sam’s Town bekannten Song-Abfolge ‚Sam’s Town‘, Enterlude und natürlich dem von den verehrten Kollegen der Intro gerne vollmundig als „Welthit“ titulierten ‚When You Were Young‘ absolut standesgemaß zu beginnen und ein mehr als pompöses Anfangszeichen zu setzen.
Den Sound – immer ein gerne kontrovers diskutiertes Thema in der Arena – konnte man an diesem Abend als annehmbar bis gut, zumindest aber laut bezeichnen, doch um der rustikalen Akustik der Halle noch triumphaler zu trotzen, hätte es anlässlich dieses speziellen Rahmens und beim mächtigen Sound der KILLERS durchaus noch einer zweiten Gitarre bedurft. Lediglich bei ‚Reasons I Know‘ später im Zugabenblock wurde der sich mit wallender Mähne immer gerne in augenzwinkernden Rockgesten ergehende Gitarrist DAVE KEUNING vom in die Saiten schlagenden BRANDON FLOWERS diesbezüglich unterstützt, um auch den Gitarrrensound mal so richtig angemessen und vor allem schärfer konturiert in den Vordergrund zu rücken.

Ansonsten fuhr die Band natürlich das volle Programm: geschmackvolle Lightshow mit abwechselnd tiefer Violet-, Blau-, oder Rotfärbung, hier und da herunterprasselnder Glitterreigen vor bzw. auf der Bühne und gar in den mittleren Reihen (ins Bier fallend) über den Fans, ein auch schon beim Morrissey-Gig an gleicher Stelle zu bewundernder großer Gong neben den Drums sowie ein ökonomisch kommunizierender und ebenso performender, dennoch absolut agiler Frontmann BRANDON FLOWERS mit Gesten zwischen maniriertem Dirigieren und demütigem Predigen, der auch für die hinteren Reihen bestens sichtbar ziemlich häufig auf den Monitorboxen entlangtänzelte.
Die ohnehin von Beginn an von großer Zuneigung seitens der Fans geprägte Stimmung wurde insbesondere in der ersten Hälfte des Gigs mit dem erwähnten Auftakt sowie dem ersten Abstecher zu Hot Fuss, ‚Sombody Told Me‘, ‚Bones‘ („the next one is huge…“), ‚Uncle Johnny‘ oder ‚Smile Like You Mean It‘ entsprechend weiter euphorisiert und natürlich auch im weiteren Verlauf mit Smashern wie ‚All These Things That I’ve Done‘, ‚Read My Mind‘ und natürlich ‚Mr. Brightside‘ locker aufrechterhalten bzw. gesteigert.

Dem ersten ausgiebigen, vier Song-starken Zugabenblock inkl. einer zunächst fast ausschließlich auf Bass und Drums reduzierten, zum Ende hin aber im bekannten Killers-Gewand erstrahlenden Coverversion von Joy Division’s ‚Shadowplay‘ folgten nach einer weiteren Pause schließlich noch das obligatorische ‚Exterlude‘ sowie als besonders schöner Dreingabe und endgültigem Schlusspunkt noch eine überraschend performte und umso stürmischer gefeierte ‚When You Were Young‘-Reprise.
Die KILLERS zogen bei ihrem ja fast schon etwas inflationär anmutenden erneuten Berlin-Gig alle Register und wurden ihrem Ruf als kommender potenzieller großer Stadionrockband mittels einer spektakulär, stets stilvoll inszenierten großartigen Rockshow mehr als gerecht. Ganz großes Kino halt.

www.thekillersmusic.com
www.the-killers.de

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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