THE LEGENDS, HUND AM STRAND, ZUHAUSE und THE SEALEVEL am 13.01.2006 im Magnet Club

Strom und Gitarre in einträchtiger Harmonie.



Wären da nicht THE LEGENDS gewesen, hätte es der Abend der Bassistinnen werden können. Denn die Berliner Schönwetter-Popper THE SEALEVEL traten mit Ersatzfrau Mira (THE MONSTER BRONSONS) an. Eine gute Wahl, wie sich herausstellte. Deutlich druckvoller als auf dem aktuellen Album Beach From Last Summer kamen die sommerlichen Songs rüber, und so ein paar weibliche Vocals hier und da sind ja selten verkehrt.

ZUHAUSE, die Hamburger Band um stromundgitarre-Initiator Lars Poeck, brachten danach ähnlich gutgelaunten Pop auf die Bühne. Ein wenig harmlos vielleicht, aber irgendwie auch liebenswert: Wer kommt schon auf die Idee, ein Instrumental für Pauli, den Maulwurf (aus der Sendung mit der Maus) zu spielen… Und das ganze natürlich mit Frau am Bass.

Höhepunkt des Abends und augenscheinlich auch der Anwesenheitsgrund für 90% des Publikums waren dann HUND AM STRAND. Wollte man bösartig sein, könnte man herausstellen, dass (anders als noch beim MTV-Auftritt Tags zuvor) der Altersdurchschnitt nur dank Jugendschutzgesetz und strenger Einlasskontrollen erkennbar über der Schamhaargrenze lag. Gekreischt wurde trotzdem, allerdings auch deutlich ironisch von der ziemlich männlichen Fraktion in den vorderen Reihen. Jene waren es auch, die zu ‚Jungen Mädchen‘ pflichtgemäß mit ihren T-Shirts warfen, zum Entzücken von Bassfrau Tina. Auf einmal waren dann auch die mitgebrachten Digitalkameras und Handys in der Luft und fotografierten intensivst die Hinterköpfe der Vordermänner. Insgesamt zeigte sich das Publikum zudem überaus textsicher und stimmgewaltig. Kein Wunder, ist bei HUND AM STRAND doch jeder Song ein potentieller Hit von hymnischen Qualitäten. Zum Schluss gab es dann auch noch zwei nicht auf Adieu Sweet Bahnhof enthaltene Songs, darunter ‚Das Unparteiliche‘ vom kommenden stromundgitarre-Sampler. Mit deutlich weniger Mitsingqualität ausgestattet, muss man beinahe befürchten, dass sich auch bei HUND AM STRAND früher oder später das TOCOTRONIC-Midtempo-Syndrom einstellt. Aber ist ja noch „genug Zeit zum Trauern“, wenn es tatsächlich soweit ist…

Wie angedeutet, THE LEGENDS aus Schweden, der eigentliche Hauptact, verzichteten auf weibliche Tieftöner. Und auch sonst war zu diesem Zeitpunkt deutlich die Luft raus, mit deutlich mehr Bewegungsfreiheit im Saal. Durchweg gefällig, aber auch behäbig und nicht immer bewegend, müssen THE LEGENDS für ihren Namen noch so einiges tun.

Auf stromundgitarre # 1: „Let’s go away for a while“ haben die versammelten Bands aber auf jeden Fall Appetit gemacht. Pflicht erfüllt.

www.stromundgitarre.de
www.hundamstrand.de
www.labrador.se/artists/legends.php3
www.zuhause-pop.de
www.thesealevel.de

Autor: [EMAIL=sebastian.frindte@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Sebastian Frindte [/EMAIL]

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail