THE TELLERS – Hands Full Of Ink


Belgisches Songwriterduo auf britischen Indiepfaden.



Kein Wunder, dass die Hände von Ben Baillieux-Beynon und Charles Blistin voller Tinte sind, scheint doch ihr musikalischer Output unerschöpflich. Nun bescheren uns die belgischen Jungspunde (21 und 20 Jahre alt) als THE TELLERS ein Debütalbum mit 16 Vorzeige-Indiepopnummern. Unterschrieben haben sie bei 62 TV Records und sind somit unter demselben Dach wie zum Bespiel Girls In Hawaii. Vor gerade einmal einem halben Jahr wurde ihre selbstbetitelte EP veröffentlicht. Daraufhin konnten THE TELLERS im Frühjahr im Vorprogramm der formidablen Thermals punkten und werden die deutschen Clubbühnen im Herbst bespielen. Aufmerksamkeit erhielt die Band auch durch ihre Untermalung des Canonspots mit ihrem Song ‚Second Category‘, der auch auf Hands Full Of Ink zu finden ist.

Mit ihrem offiziellen Erstling will man sich von Vergleichen mit anderen Bands wie den Libertines abgrenzen. Dohertys Einfluss auf das Songwriting ist auf Hands Full Of Ink jedoch unüberhörbar, auch wenn hier weniger Talent vorhanden ist. Die erste Auskopplung ‚Hugo‘ klingt nach einem Pete vor fünf Jahren: Da waren noch weniger Zigaretten geraucht, weniger Drinks getrunken, alles eben etwas weicher.

Trotz großspuriger Attitüde ist die Platte recht ruhig geraten, der Gesang wird oft fast gehaucht. Ben und Charles haben das Album im Alleingang geschrieben und auch aufgenommen. Dabei sind kurze, sparsam instrumentierte Songs entstanden. Die filigranen, charmanten Akustikgitarrenarrangements werden durch unverzerrte, dezente E-Gitarren komplettiert. Wenn es der Stimmung dienlich ist, kommt auch mal ein Tambourin oder mildes Geklatsche zum Einsatz. Mit ‚Penny‘ bekommt Hands Full Of Ink eine leichtfüßige, beschwingte Seite. Es ist ein Lied über jugendliche Liebe, ihrer Unvernunft und Leichtigkeit: „Daddy gave me money to take a cab. Come on, let’s buy liqueur and dance…“. Den beiden gelingen immer wieder kleine Earcatcher, wie eingestreute Gitarrenthriller oder das bezaubernde Mundharmonikasolo in ‚Toodoo‘.

Hands Full Of Ink ist mit bester Intention eingespielt worden, allerdings ist es nicht aufregend genug, um durchgehend Spannung zu erzeugen. Andererseits befinden sich THE TELLERS ja erst am Anfang und sind mit einem soliden Album an den Start gegangen. Wie sich der weitere Weg gestaltet bzw. wie sie ihren weiteren Weg gestalten, bleibt abzuwarten.

THE TELLERS
Hands Full Of Ink
VÖ: 19.10.2007
(V2 Records / Universal)

THE TELLERS spielen live am 27.10.2007 im Privatclub.

www.myspace.com/thetellers
www.thetellers.be
www.62tvrecords.com

Autor: [EMAIL=alexandra.wolf@bands-in-berlin.com?Subject=Kontakt von der Website]Alexandra Wolf[/EMAIL]

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