THE TRICHTER AND BOTANIK am 28.10.2004 im Kaffee Burger

Saucoole Performance mit bittersüßem Noise und formidablem Gitarrenkrach von den smarten Berliner Gitarren-Botanikern…

Die zu Beginn ihres gemeinsamen Schaffens zunächst als Duo angetretenen TRICHTER und BOTANIK werden ja seit einer gemeinsamen Tour mit den süddeutschen Indiepop-Helden MILES von deren Drummer RONNY ROCK unterstützt, der angesichts der gemütlichen Enge und einer ziemlich kleinen Bühne im legendären Kaffee Burger diesmal nicht mit am Start war, so dass sich die beiden cool dressed men (Anzug und Krawatte waren natürlich Pflicht) also mal wieder ausschließlich auf die heftig bollernde Rhythmus-Unterstützung von Laptop/Drum-Machine beschränken mussten, was diesem in jeder Hinsicht unterhaltsamen Auftritt allerdings keinerlei Abbruch tun sollte.

Die aus Ostwestfalen stammende Musiker-Prominenz um den alten Kumpel und Ex-HIP YOUNG THINGS-Mitstreiter SCHNEIDER (SCHNEIDER TM) und KRITE of u.a. SPEEDNIGGS, SHARON STONED und FLOOR fame war an diesem Abend natürlich auch Teil eines dem Event absolut gerecht werdenden, lässig-entspannten und erfreulicherweise auch recht zahlreich erschienenen Publikums.

Oftmals eingeleitet von weiblich-verfremdeter Vocoder-Stimme und abwechselndem Anzählen bis 5 oder 8, legten die zwei mit ihren Gitarren zunächst äußerst fulminant und Gitarren-Synthi-poppig zu einem heftig treibenden Beat los, um ungeachtet vergeblicher stimmlicher Durchsetzungsbemühungen mit einem stark rifflastigen Elektro-Rock’n‘ Roll und Songs ihrer bislang einzigen (4-Track) EP-Veröffentlichung fortzufahren, der einen der Protagonisten auch schon mal völlig unvermittelt zu einer kurzen, aber einen umso nachhaltigeren Eindruck hinterlassenden Gitarrensolo-Wälzeinlage vor der Bühne animierte, so richtig Old School Rock-like also, natürlich in ironischer Brechung mit einem dicken Augenzwinkern.

Stimmlich kamen die beiden auch im weiteren Verlauf kaum gegen diesen elektronisch verstärkten Wall Of Sound an, was sie einerseits mit Krankheit entschuldigten und andererseits natürlich zu einem nicht unbeträchtlichen Teil auch zwingend an die Herangehensweise cooler Noise-Bands wie MY BLOODY VALENTINE angelehnt ist, die diese Hintergrund-Vocal-Ästhetik ja schon vor langer Zeit zu einem bahnbrechenden Stilprinzip erhoben hatten.

Nach gut 45 Minuten Drum-Machine-angetriebenen Rock’n’Rolls mit stoischem, bittersüßem und gelegentlich gar atmosphärisch verdichtetem, mal mehr, mal weniger Feedback-getränktem Gitarrenkrach zwischen THE JESUS AND MARY CHAIN, SPIRITUALIZED oder BLACK REBEL MOTORCYCLE CLUB ließen sich die charmanten Gitarren-Gentlemen nochmal für eine ausgiebige, schwer psychedelisch angehauchte Zugabe zurück auf die Bühne bitten, um schließlich einen insgesamt verdammt coolen Auftritt mit allerlei imposanten (Gitarren-) Sounds zu einem glorreichen Ende zu bringen.

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