THE WHITE BIRCH – Come Up For Air


Blindes Vertrauen.



Norwegen – das Land mit gerade mal 5 Millionen Einwohnern – und seine Musik: Röyksopp, Turbonegro, Kings of Convenience, Sissel, Madrugada und Jaga Jazzist, Motorpsycho, Midnight Choir, Kaizers Orchestra, Euroboys, Ai Phoenix und JR Ewing… Es gibt zwei Dinge, denen kann man fast blind vetrauen. Dazu gehören zum einen die Veröffentlichungen aus dem Hause Glitterhouse. Zum anderen rühmt sich die norwegische Pop- und Rockmusik so vieler begabter und unverwechselbarer Songschreiber und Künstler, dass es mindestens eine aktuelle Veröffentlichung locker in die Top10 der Jahrescharts schafft. Womit wir bei Come Up For Air von THE WHITE BIRCH sind…

Es ist das vierte reguläre Album des Osloer Trios und das zweite nach dem grandiosen Glitterhouse-Debüt Star Is Just A Sun (2002). Seit mehr als zehn Jahren feilen Multiinstrumentalist OLA FLØTTUM (Gesang, Gitarre, Piano, Keyboard, Violine, Mandoline), ULF ROGDE (Bass) und HANS CHRISTIAN ALMENDINGEN (Drums, Percussion) am Sound von THE WHITE BIRCH, der zunächst von LoFi-Sound und Industrialanleihen geprägt war und spätestens 2002 im zugleich betörendsten, anmutigsten und Melancholie getränktesten Singer-/Songwriter-Dreampop der Musikgeschichte angekommen war. Drei ganze Jahre haben sich THE WHITE BIRCH für ihre neue CD Zeit genommen – zum Glück verfügt OLA FLØTTUM über eine scheinbar unerschöpfliche Energiequelle und verkürzte auf höchst angenehme Weise die Wartezeit mit Veröffentlichungen seiner Neben- bzw. Soloprojekte Salvatore (Tempo, 2003) und Portrait Of David (These Days Are Hard To Ignore, 2004).

Come Up For Air setzt da an, wo Star Is Just A Sun aufgehört hat. Die kleinen, großen Wunderwerke dieser beiden Platte sind unzählbar. Wiederum kreieren THE WHITE BIRCH mit einfachsten, reduzierten, aber mitnichten eindimensionalen Mitteln eine atmosphärische Intensität, die vor Traurigkeit und Hoffnung schier zu bersten droht. Gleichzeitig zeigen sie, dass sich Eingängigkeit, Pop-Appeal und Anspruch nicht ausschließen müssen. ‚Your Spain‘ etwa, das durch ein entzückendes Loop besticht und konzentrierte Leichtigkeit mit unwiderstehlichen Klangtexturen verbindet.

‚Silent Love‘ beunruhigt durch seine Feinheit und Fragilität, die forcierte Gitarre trifft einen mit voller Wucht, ebenso wie das abrupte Ende.
Zerbrechlich wie dünnes Glas, so empfindlich wie ein getrocknetes Blatt kommen bespielsweise die Stücke ‚Storm-Broken Tree‘, ‚The White Birds‘ sowie ‚June‘ und ‚New Kingdom‘ daher, verstärkt durch das Cello-Spiel von ISAK ANDERSSEN bzw. exzellente Gesangsduette von OLA FLØTTUM und SUSANNA WALLUMRØD.

Come Up For Air ist alles und das gleichzeitig. Es ist hymnisch und lyrisch, federleicht und tonnenschwer. Seelenstreichelnder Gesang und zarte, spannungsgeladene Klangsphären färben den Horizont abwechselnd in blau, rot oder schwarz. 11 meisterhafte Songs und ein ernsthafter Anwärter auf das Album des Jahres 2005.

THE WHITE BIRCH
Come Up For Air
(Glitterhouse/ Indigo)
VÖ: 04.11.2005

THE WHITE BIRCH live am 16.01.2006 im Mudd Club.

www.thewhitebirch.no
www.glitterhouse.de

Autor: [EMAIL=jana.schuricht@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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