THE WHITE STRIPES am 25.10.2005 in der Columbiahalle

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Ein rot-weiß-schwarzer Musikabend in der ausverkauften Columbiahalle. Optisch wie musikalisch ein echter Leckerbissen.



Mit ihrem neuen Album [i]Get Behind Me Satan[/i] im Gepäck haben sich die WHITE STRPES endlich mal wieder nach Deutschland aufgemacht und das Berliner Publikum nahm diese Nachricht dankend auf. Schon Wochen vorher war die Columbiahalle ausverkauft und die Schar der verzweifelt nach Karten Suchenden groß. So verwundert es auch nicht, dass man auf dem Weg zur Halle so manches Mal nach einer eventuell noch abtretbaren Karte gefragt wird, leider aber stets enttäuschen muss. Auch die sonst omnipräsenten Großhändler sind, wegen Regen oder Sollerfüllung, nicht mehr da. Es herrscht also ein Nachfrageüberhang und folglich ziemlich trübe Stimmung vor der Halle. Ist man aber drinnen, sieht die Welt ganz anders aus. Dicht an dicht steht das Maximum an unterbringbaren Menschen voller Vorfreude und mit Blick zur dreifarbig geschmückten Bühne.

Auf dieser stehen die rot-weißen Instrumente, weiß lackierte Palmen (Kunst oder echt?) und einige weiße Ventilatoren. Die Palmen fügen sich perfekt in den schwarzen Vorhang hinter der Bühne ein, auf dem ebenfalls weiße Palmen zu sehen sind. Auf dieser Bühne spazieren vor dem Konzert die ganz in Schwarz und mit Melone gekleideten Roadies auf und ab und wirken, passend zum Styling ruhig und erhaben.

Um kurz nach neun ist dann aber alles auf der Bühne zur Zufriedenheit von Technik und Protagonisten bereitet und die Show kann beginnen.
MEG und JACK WHITE betreten die Zirkusarena-„Bühne“, auf deren Rückwand sich nun eine Berglandschaft mit noch mehr Palmen und einem riesigen Apfel als Grahl-Ersatz in der Mitte offenbart. THE WHITE STRIPES eröffnen ihr Set mit ‚When I Hear My Name‘ vom 1999er Debüt [i]The White Stripes[/I] und spannen gleich darauf den Bogen zu ‚Blue Orchid‘, einem der neuen Songs. ‚Blue Orchid‘ wird, wie einige andere Songs später auch, deutlich schneller vorgetragen und ich unterstelle einfach mal Absicht.

Das Publikum ist von Beginn an voll dabei, feiert jeden Song und komprimiert in den vorderen Reihen einhundert Menschen auf zehn Kubikmeter. Eine tolle Stimmung also, und THE WHITE STRIPES tun das ihre dazu. Zwar gibt es außer einem kurzen „Nice to be back in Berlin“ nicht viel Ansprache, das erhöht aber die Taktrate der Songs. Neben weiteren neuen wie ‚The Nurse‘, bei dem auch das Xylophon zum Einsatz kommt, oder ‚My Doorbell‘ werden die Fans auch mit Klassikern wie ‚Hotel Yorba‘, ‚Fell In Love With A Girl‘ und ‚Passive Manipulation‘ beglückt. Die [i]Elephant[/i]-Kracher aber, die lassen erst mal auf sich warten, kommen dafür aber als Feuerwerk in der Zugabe. ‚Hardest Button To Button‘, ‚Seven Nations Army‘ und ‚I Just Don’t Know What To Do With Myself‘ am Stück – die Halle platzt augenblicklich aus allen Nähten. Beim letzten Song des Abends, wie so oft ‚De Ballit Of De Boll Weevil‘, gibt’s schließlich noch einmal Interaktion zwischen JACK und dem Publikum, das er zum Mitsingen animiert. Dann ist ein beeindruckendes Konzert vorbei und massig lächelnde Gesichter drängeln sich in Richtung Ausgang.

Stunden später, ich bemale gerade gemeinsam mit MEG WHITE Palmen mit weißer Farbe, erzähle ich ihr, dass mein Schlagzeugspiel ihrem recht ähnlich ist, sie aber die bessere Stimme ihr eigen nennt und sich doch bitte gemeinsam mit JACK häufiger in Berlin blicken lassen soll. Ich glaube, sie hat mir in den meisten Punkten zugestimmt, bin mir aber nicht mehr ganz sicher – schließlich habe ich längst geträumt.

www.whitestripes.com
www.columbiahalle.de

Foto: XL Recordings
Autor: [EMAIL=alexander.eckstein@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexander Eckstein [/EMAIL]

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