THEM CROOKED VULTURES – dto.


Yet another Supergroup.



Wenn mal wieder von einer Supergroup die Rede ist, muss einem eigentlich angst und bange werden. Denn die tauchen für gewöhnlich dann auf, wenn des Rocks dunkelste Stunde angebrochen ist. Sie stehen oft für geschwundene Inspiration und Egos, die sich in die Höhe schrauben. Man braucht nur die Musikgeschichtsbücher aufzuschlagen, um zu Hauf Belege dafür zu finden.
THEM CROOKED VULTURES haben zunächst mal einen extra-seltsamem Bandnamen und ebensolche Songtitel: ‚Interlude With Ludes‘, ‚Caligulove‘ oder ‚Mind Eraser‘, No Chaser‘. Hier und da kommt das Gefühl auf, wie zum Beispiel bei ‚Warsaw Or The First Breath You Take After You Give Up‘, dass der Hörer sich in einem Gag-Proberaum befindet und der Grund der Band-Existenz viel mehr dem geschuldet ist, was die Members aus der Vereinigung ziehen, als was das Publikum gewinnen könnte.

Wie auch immer, der Band wird von Gönnern Größe attestiert. THEM CROOKED VULTURES handeln mit schlüpfrigem Rock, bei dem Riff auf Riff gestapelt ist, die Tempi an– und abschwellen und die Taktart locker gewechselt wird, bestenfalls, um die musikalische Expertise zu demonstrieren. Der unverhohlene Machismo der Texte („I told her I was rich / She asked could I use a dirty bitch“) schlägt einen Bogen zu HOMMEs bisherigen Sangesäußerungen. Es gibt zwar die eine oder andere Überraschung, zum Beispiel die kranke Lounge-Ballade ‚Interlude With ‚Ludes‘, die in gespenstischen Hall getaucht und von körperlosen Gitarrensoli zerschnitten ist. Allerdings klingt das Album in weitesten Teilen genau so, wie man es im Vorfeld erwartet hat.

Das heißt aber keinesfalls, dass THEM CROOKED VULTURES eine schlechte Platte aufgenommen hätten – denn die Mitglieder des Trio (um es nochmals zu erwähnen, es handelt sich um JOSH HOMME, DAVE GROHL und JOHN PAUL JONES) greifen ineinander, wie es die meisten Supergroups nicht fertig bekommen. Das Album knirscht und kracht, und Freunde des Gitarren-Licks werden es lieben. Was es aber nicht schafft, ist, ernsthaften Gehörschaden riskieren zu wollen, es schickt sich nicht an, die musikalische Landkarte um eine Marke zu erweitern. Es bleibt noch die Frage, ob dem Debüt eine ähnliche Aufmerksamkeit zuteil geworden wäre, wenn es das Werk einer unbekannten Band gewesen wäre – natürlich nicht. Die Anziehung von THEM CROOKED VULTURES speist sich wohl zu gleichen Teilen aus ihrer Musik und der Geneigtheit des Publikums zur Heldenverehrung. Aber das ist wohl so bei Supergroups.

Damit sich jeder selbst ein Bild machen kann, hat die Band freundlicherweise das Album als Stream auf ihre YouTube-Seite gestellt:
http://www.youtube.com/themcrookedvultures

THEM CROOKED VULTURES
Them Crooked Vultures
(Sony Music)
VÖ: 13.11.2009

THEM CROOKED VULTURES live
06.12. München, Zenith
07.12. Berlin, Columbiahalle
08.12. Köln, Palladium

http://www.themcrookedvultures.com
http://www.myspace.com/crookedvultures

Autor: [EMAIL=alexandra.wolf@popmonitor.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexandra Wolf[/EMAIL]

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail