THIRTEEN SENSES – The Invitation

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Das Debüt der jungen Briten ist zwar nicht die angekündigte musikalische Sensation, aber doch eine Ansammlung gefühlvoller Gitarrenpopsongs.



Mit sehr vielen Vorschusslorbeeren der britischen Presse für ihr Debütalbum in der Tasche stürmen die vier Anfang-Zwanziger aus Cornwall jetzt das europäische Festland. Nun ist man beim Lob aus NME etc. doch eher skeptisch, sehen diese Zeitschriften doch täglich die neuen Oasis oder würdigen Beatles-Nachfolger in den Startlöchern. Wie gut ist THIRTEEN SENSES’ Erstling [i]The Invitation[/i] also wirklich?
Zu allererst haben sie die Musik natürlich nicht grundlegend neu erfunden. Popmusik in diesem Stil erklang in den letzten zehn Jahren zuhauf aus Großbritannien in die Welt. Das, was sie da machen, zählt aber auf jeden Fall zur Oberklasse des Insel-Gitarrenpops.
Sein gutes Händchen für sonnige Refrains und seine beeindruckende Stimme ließ Sänger, Pianist und Gitarrist WILL SOUTH bereits bei der mangels Auflage schon zur Rarität avancierten Single ‚Thru The Glass‘ durchblicken.
Neben diesem, ein wenig an die Ash-Songs auf [i]1977[/i] erinnerndem Song, sind noch zehn weitere, zwischen sommerlichen Refrains und schmachtender Melancholie, auf [i]The Invitation[/i] versammelt.

‚Into The Fire‘ klingt im Refrain dermaßen aufmunternd und glücklich, dass es als Antidepressiva eingesetzt werden sollte. Aber natürlich kann die Sonne nicht immer scheinen – auch nicht für WILL SOUTH. Deutlich schwermütiger klingen ‚Gone‘ oder ‚Automatic‘, das diesen ganz besonderen melancholischen Charme besitzt, den man hierzulande beispielsweise bei Maximilian Hecker bewundern kann.

Es ist die große Stärke des Tasteninstruments und damit auch jeder Band, die einen guten Pianospieler aufweisen kann, dass die simpelsten Melodien die größte Wirkung zu erzielen vermögen. So ist es möglich, dass das Rauf und Runter in der Tonleiter den Song ‚Do No Wrong‘ über seine gesamte Länge auf der richtigen Spur hält. Natürlich tut auch hier wieder SOUTHs Stimme samt Steigerungsvermögen, sobald die Refrain-Lampe erblinkt, ihr übriges.
Im Zusammenspiel mit Streichern und Piano kann diese Stimme, wie bei ‚The Salt Wound Routine‘, aber auch einfach nur verträumt wirken. Die Gesangsmelodie von ‚Last Forever‘ klingt zwar, als sei da jemand von den Doves mehr als nur inspiriert gewesen, sich an den Doves ein Beispiel zu nehmen kann man ihm aber nicht wirklich vorwerfen.

Natürlich hat die britische Presse übertrieben, wie sie eben immer übertreibt; aber jeden, der in Großbritannien Popmusik mit Piano macht, als Coldplay-Coverband abzutun, wie es in Deutschland zur Mode wird, zeugt auch nicht gerade von Realitätssinn.
[i]The Invitation[/i] ist ein sehr gelungenes Album und ein großartiges Zeugnis der enormen Songwriterfähigkeiten des WILL SOUTH.

THIRTEEN SENSES
[i]The Invitation[/i]
(Vertigo/ Universal)
VÖ: 02.05.2005

www.thirteen-senses.de
www.thirteensenses.com

Autor: [EMAIL=alexander.eckstein@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Alexander Eckstein [/EMAIL]

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