TOMTE am 13.10.2003 in der Maria


Von der Schönheit der Chance und den Beschwerlichkeiten des Lebens…



TOMTE haben mit Hinter All Diesen Fenstern, dieser im Vergleich zum Vorgänger Eine Sonnige Nacht überraschend vollzogenen Entwicklung zu einem anspruchsvollen und fast poppigen Mix aus großen Gefühlen und unwiderstehlichen Melodien, defintiv eines der Alben des Jahres veröffentlicht.

So stand von vornherein eigentlich schon fest, dass in der richtig gut besuchten Maria nicht allzu viel schief gehen konnte. Nach einem ordentlichen Support von FELIX GEBHARD, der sich unter dem Namen HOME OF THE LAME der Mithilfe einiger TOMTE-Musiker bediente, kam dann recht zeitig ein ziemlich gut gelaunter THEES UHLMANN auf die Bühne und schmetterte als Auftakt gleich mal mir nichts dir nichts den Refrain von THE SMITHS’ ‚How Soon Is Now‘, um dann zusammen mit seiner Band den an diesem Abend einzig möglichen Opener ‚Für Immer Die Menschen‘ anzustimmen. Zahlreiche dieser mit Schmackes vorgetragenen Hymnen an die bewegenden Themen und Befindlichkeiten des alltäglichen Lebens, wunderbar verpackt in einen durch Mark und Bein wummernden, auf den Punkt gerichteten (Bass/Drum-) Sound sollten folgen, und THEES präsentierte sich von Beginn an als humorvoller und redseliger Geschichtenerzähler.

Dabei ging es um so allerlei Amüsantes, von der (ironisch gemeinten) Notwendigkeit gepflegter Publikumsbeschimpfungen, den Strapazen des Tourlebens mit negativer Auswirkung auf den Gemüts- und Geisteszustand aller Beteiligten und den Entstehungsgeschichten der Songs bis hin zur Zubereitung einer perfekten Gemüse-Lasagne, auch wenn THEES vom mal wieder bierernsten Berliner Publikum des Öfteren unterbrochen und zum Beschränken aufs Spielen aufgefordert wurde („Mach Musik!“), was aber nach einer kurzen Phase des gespielten Beleidigtseins und der Androhung einer dann folgenden PINK FLOYD-mäßigen Vorgehensweise glücklicherweise nicht befolgt wurde.

Bei all den launigen Ausflügen verzichtete er diesmal auf nervige (der von ihm ja so verehrten) OASIS-Anspielungen, wenn man mal von der manchmal etwas übertriebenen, stark an LIAM GALLAGHER angelehnten und englisch angehauchten Intonation absieht. Zwischendurch wurden dann auch mal kurzzeitig die den Songs ohnehin größtenteils immanenten ernsteren Töne angeschlagen, so dankte THEES den Fans für das mögliche Ausleben der für ihn über allem stehenden Musik-Leidenschaft und verwies auf TOMTEs bescheidenes Anliegen, den Leuten mit ihrer Musik die eigene Sichtweise bzw. Anhaltspunkte zum Umgang mit den oftmals vorherrschenden Beschwerlichkeiten des Lebens und dem notwendigen Ergreifen von Möglichkeiten und Chancen zu bieten.

Auf das klischeemäßige Rockstar-Ding des Rauf und Runter von der Bühne zum Zugabenabfeiern wurde am Ende ausdrücklich verzichtet, und so gab es nach einem schier unerschöpflichen Fundus an großen Songs und guten Themen sowie fulminanten Versionen von u.a. ‚Schrei Den Namen Meiner Mutter‘, ‚Mit Dem Mofa Nach England‘, ‚Korn & Sprite‘ schließlich mit ‚Die Schönheit Der Chance‘ vom aktuellen Album den perfekten Abschluss eines großartigen Konzerts.

www.tomte.de

Autor: [EMAIL=thomas.stern@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Thomas Stern[/EMAIL]

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