TOMTE – Buchstaben über der Stadt


Ich lebe mich durch eines der schönsten Leben, mit den schönsten Songs der Welt.



Da haben wir wieder den Salat, in Form des medialen Overkills, gepaart mit der üblichen und sinnlosen Endlosdiskussion, ob eine Band nun besser oder schlechter ist, wenn sie kommerzielle Erfolge feiert. Was ist Mainstream, was ist Indie und überhaupt: was macht THEES UHLMANN? Hansen Band? TOMTE? Labelmanager? THEES solo? Musikjournalist? Textergott? Rampensau? Was gibt es da nicht alles zu lesen, über all diese guten Menschen im Grand Hotel van Cleef, über TOMTE und deren genialen wie sympathischen Selbstpromoter UHLMANN, wie sie alles ganz anders und alles so richtig machen, und „wie schön es ist, wenn mal die Guten gewinnen“ (Sven Regener/Element Of Crime). Ich sage mal, wenn Herr Regener den Promotext für die neue CD schreibt und auch noch Trompete spielt (‚Geigen bei Wonderful World‘), dann macht man tatsächlich alles richtig. Insofern lehne ich mich auch nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn ich bereits Anfang Februar behaupte, dass man mit Buchstaben über der Stadt die beste deutschsprachige Platte im Jahr 2006 hört.

„Es könnte Trost geben, den es gilt zu sehen“, sang UHLMANN in ‚Für immer die Menschen‘. Reichten uns TOMTE 2003 auf Hinter all diesen Fenstern tröstend die Hand, so ist Buchstaben über der Stadt eine innige Umarmung, die die Liebe, das Leben, die Welt und die Musik in sich trägt. Die ‚Die Schönheit der Chance‘ endlich (be)greift und man schlagartig versteht, weshalb UHLMANN, die ganze Zeit von Dir singt (‚Ich sang die ganze Zeit von Dir‘). ‚So soll es sein‘. Eben. Und weil Gehen und Kommen nah beieinander liegen, ist ‚Was die Welt erhellt‘ ein persönlicher Abschied des Neu-Berliners UHLMANN an Hamburg, aber auch an seinem zurückbleibenden Weggefährten Marcus Wiebusch (Kettcar, GHvC). Was gibt es denn Schöneres als wahre Freundschaft? Die Antwort: „Man fühlt sich, als habe man die Liebe erfunden“ in ‚New York‘ oder bei ‚Walter & Gail‘, dem Song, der den wohl würdevollsten und überragendsten Moment des Albums enthält „Ich sah Deine Hand, die die ihre sah / Bei mir ist heile Haut, wo eine Wunde war / Es gibt Aufgaben, die zu erfüllen wär’n / Den Traurigen die Welt erklär’n.“

Das alles wäre tatsächlich nur halb so schön, gäbe es nicht auch noch die passende Musik (DENNIS BECKER (Gitarre), MAX SCHRÖDER (Tasten), OLLI KOCH (Bass), TIMO BODENSTEIN (Drums)) dazu, die die Texte so gleichsam berührend wie euphorisch transportieren. UHLMANNs Stimme klingt dabei ungewohnt sauber und klar, was mir persönlich gut gefällt und in erster Linie der außerordentlichen Produktion von Swen Meyer zuzuschreiben ist.

Buchstaben über der Stadt endet mit einem persönlichen Manifest des THEES UHLMANN: „Ich lebe mich durch eines der schönsten Leben, mit den schönsten Songs der Welt.“ Lasst es Euch gesagt sein.

TOMTE
Buchstaben über der Stadt
(GHvC / Indigo)
VÖ: 03.02.2006

TOMTE spielen live am 25.03.2006 im Postbahnhof.
Am 01.06.2006 erscheint das Buch www.tomte.de
www.ghvc.de

Das TOMTE-Weblog

Autor: [EMAIL=jana.schuricht@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Jana Schuricht[/EMAIL]

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