
Ein Jahr nach MASSIV stand im September 2026 ein weiterer Rapper in der Diskussion um den Nahostkonflikt: DAHABFLEX. Bei einer sommerlichen Wahlkampfveranstaltung der LINKEN in Berlin spielte er seinen Song „Stop The Genocide“ und reihte sich hiermit in die Pro-Palästina-Bewegung ein, die in dem von der Hamas begonnenen und verlorenen Gazakrieg einen „Völkermord“ an den Palästinensern sehen will. Hier fielen Todesdrohungen gegen die israelische Armee und Belobigungen für die bewaffnete Intifada der linksextrem-panarabischen Terrororganisation PFLP.
Der Skandal um den Auftritt kam für die Linkspartei zu Unzeiten, da sie gerade versuchte, die erste von ihr angeführte Berliner Koalition herzustellen. Zu der Veranstaltung eingeladen hatte die Bezirksgruppe Neukölln, deren Chef Ferat Koçak im Sommer 2025 selbst öffentlich zu Dahabflex‘ Song „Rot“ gerappt hatte. In diesem bezieht sich der Rapper nicht nur positiv auf die Intifada, sondern vergleicht sich auch mit dem antisemitischen Diktator Josef Stalin. Ebenfalls im vergangenen Jahr feierte Koçak den französischen Rapper MÉDINE, der für Terrorverherrlichung und Antisemitismus bekannt ist.
So sehr das Feuilleton auch Dahabflex‘ Texte durchsuchte, antisemitische Verschwörungsmythen waren bei ihm nicht zu finden. Es sollte lieber bei rechten Rappern nachlesen: XAVIER NAIDOO organisierte im März eine Demonstration, mit der er die Aufdeckung des Epstein-Skandals, die ja die QAnon-Verschwörungstheorie widerlegte, wieder in diese Ideologie einbetten wollte. Zudem sang er auch ältere Lieder. Er ist trotz seiner bekannten politischen Haltung nach wie vor eine Legende in der hiesigen HipHop-Szene, wie Features mit KOOL SAVAS, SHIRIN DAVID und MOSES PELHAM immer wieder zeigten. Zuletzt kündigte auch SIDO ein Feature mit Naidoo an: den Titeltrack „Frieden“ seines nächsten Albums.
Ein Rapper, der kaum noch Features bekommt, ist KOLLEGAH, der jetzt als FELIX BLUME auftritt und deutschen Nationalstolz verbreiten will. Zudem veröffentlicht er weiter Verschwörungsideologie in Tracks wie „Killuminati“, in dem es heißt: „Komm ma‘ ran, Donald Trump, du kannst mir hier viel erzählen, aber mach mir nicht auf Boss, du Handpuppe Israels, […] Du hast die Impfung propagiert, schickst Soldaten in den Tod, machst dir die Hände dreckig für ’ne verblendete, messianische Endzeitsekte.“ Über das Schreckgespenst der Illuminati fantasierte schon 2009 Naidoos alte Band, die SÖHNE MANNHEIMS („Life“). Der Wahn der jüdischen Weltverschwörung wird also auch 2026 hierzulande verbreitet.