Wil Wagner – Spiralling

THE SMITH STREET BAND sind sowas wie die WIR SIND HELDEN von Melbourne. Mit Wortwitz und einfachen Harmonien haben sie sich eine treue Fanschar erarbeitet. Der Sänger der Australier ist WIL WAGNER, der nach dem gefeierten Album Don’t Waste Your Anger im April seiner Band nun eine kleine Soloplatte aus sieben Tracks herausbringt. Statt orchestralem Indie-Poprock spielt er lieber spartanischen Indiepop.

Los geht’s mit klimpernden Gitarren und Wagners unsortierten ungereimten Lyrics. Seine Stimme ist die eines Mittezwanzigjährigen, der keineswegs mit sich selbst zufrieden ist. Das Kumpelhafte seiner Hauptband wird hier diesmal auf der Indie-E-Gitarre ausgetragen, während der Vorgänger Laika (2013) noch auf der Akustikgitarre hüpfte. Nach über drei Minuten explodiert das Stück sinnlos aus sich heraus, wie Wagner es eben mag.

Bei dem selbstmitleidigen „Eternal Ex-Boyfriend“ ist auch der Chor seiner Freunde wieder da. Wagner macht seit 2008 Musik und hatte ursprünglich sowas wie die E STREET BAND von BRUCE SPRINGSTEEN im Sinn. Nun könnte man mit „God, The Devil And Bruce Springsteen“ auch über sich selbst lachen. Könnte man meinen. Doch zu Klavier beklagt Wagner stattdessen den Niedergang der US-Gesellschaft. Ja, 2020 ist das chinesische Jahr der Ratte und für den Westen das furchtbare Jahr von Corona. Die Pandemie macht die inzwischen lächerlich gigantische Ungleichheit der Menschen sichtbar. Auch Australien ist davon nicht verschont („Jesus, Judas And Jeffrey Dahmer“).

Mit „Tummy“ liefert er auch noch einen schönen Folkrocker und erinnert an die australischen Buschbrände im Sommer 2019. Er zeigt, was er drauf hat: „Why isn’t anybody complimenting me? I’m your sensitive singer boy!“ Rock on!

 

Wil Wagner
Spiralling
(Selbstvertrieb)
VÖ: 04.09.20

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