WUMPSCUT – Bone Peeler


Das neuste Gebratzel vom Rudi Ratzel …



„I’ve seen much of the world. It is brutal and cruel and dark.“
Mit diesen prägnanten Zeilen eröffnet Elektro-Industrial-Bolide WUMPSCUT alias RUDI RATZINGER sein neustes Werk. Bone Peeler ist damit nach zwei einhalb Jahren, die von Remixen und Re-Releases gezeichnet waren, nun wieder ein komplettes Studioalbum.

Doch dem nicht genug: So liegt der Limited First Edition ein so genannter „Bonus Disciple“ bei, bei dem es sich um eine Zusatz-CD handelt, auf der sich Größen des oben genannten Genres – beispielsweise SUICIDE COMMANDO, DAS ICH oder PLASTIC NOISE EXPERIENCE – das Mischpult in die Hand geben und die Hälfte der Album-Songs noch einmal nach eigenem Bilde umformen.
Ein aufwändiges Digipak nebst Booklet mit Bildern von netten toten Menschen ist natürlich Pflicht. Qualitativ hochwertige und mit Extras bestückte Limited Editions lagen ja bei :W: schon immer hoch im Trend.

Der Herr aus Landshut, der mittlerweile auch die Vereinigten Staaten als Domizil erwählt hat, liefert auf Bone Peeler 12 Stücke ab, die sich textlich in bester WUMPSCUT-Tradition mit düsteren Phantasien, Zwangsvorstellungen und Todesvisionen beschäftigen und mit altbekanntem Vocoder-verzerrtem Sprechgesang vorgetragen werden.

Musikalisch fällt nach den ersten Durchgängen ein Weiterführung der Entwicklung auf, die sich schon auf dem Vorgängeralbum Wreath of Barbs abzeichnete: weg von aggressiv-krachigem Industrial, hin zu melodiöserem Dark Electronic.
Man verstehe mich nicht falsch: Auch auf den früheren WUMPSCUT-Alben gab es immer melodiöse Stücke, jedoch fehlt auf dem neusten Werk brutales Ohrgewitter à la ‚Dying Culture‘ , ‚Bunkertor 7‘ oder ‚Black Death‘ nun ganz und gar.
Die Songs haben fast durchweg sehr tanzbaren Rhythmus und sind in ein dunkel-melancholisches, eher getragenes Ambiente gehüllt.

Immer noch unverkennbar WUMPSCUT geht Bone Peeler doch neue Wege und dürfte damit die :W:’schen Klänge nun endgültig auch Leuten zugänglich machen, die bisher durch die schranzigen Stücke vor einem Albumkauf zurückschreckten.
Alte Fans mögen frühere Härte vermissen, werden jedoch durch unverändert endzeitliche Lyrics und in sich vielschichtigere Tracks getröstet.

WUMPSCUT
[I]Bone Peeler[/I]
(Betonkopf/ Soulfood)
VÖ: 15.03.2004

www.wumpscut.de

Autor: [EMAIL=alex.lorenz@b-i-b.de?Subject=Kontakt von der Website]Alex Lorenz[/EMAIL]



WUMPSCUT
Bone Peeler
(Betonkopf / Soulfood / Sony)
VÖ: 15.03.2004

Facebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmailFacebooktwittergoogle_pluspinterestlinkedintumblrmail