Akira The Don – Meaningwave Masterpieces II

AKIRA THE DON brachte nach vier Werkschauen im vergangenen Jahr sein erstes Best-of heraus. Das wurde auch Zeit nach rund 45 LPs und EPs „Meaningwave“ mit Voice-Samples verschiedener Meinungsführer. Dazu kommen freilich noch über 40 Alben und Compilations Lofi-HipHop. Diese schiere Masse an Musik macht den „Wavelord“ aus LA zum relevanten Faktor im Genre. Doch was ist von dem neuen Best-of aus 20 Tracks zu halten?

An den Anfang setzt er Sprach- und Bewusstseinsforscher Terence McKenna in Elektropop. Der einstige Drogenguru ruft hier zum Boykott öffentlicher Medien auf und dazu, sich kommunitaristisch eigene Strukturen aufzubauen. Auch Psychologe John Vervake tritt hier mit Verweis auf den Heiligen Augustinus („Steal The Culture“) und sogar PRINCE („The Prize Is The Soul“) gegen das Internet auf. Als dummen Gegensatz setzt er Hank Hill aus der Comicserie King of the Hill mit dem schönen Jazzhopper „Why Would Anyone Do Drugs When They Could Just Mow A Lawn“.

Trotz dieser kritischen Überlegungen ist Akira nicht an Wissenschaft oder Philosophie interessiert, sondern an neuer Mystik, wie schon das letztjährige Best-of zeigte. Diesmal gibt er zu Psycho-Trap dem Autor Graham Hancock das Wort, eine Art Erich von Dänicken Schottlands („Lament Of Hermes“). Dazu passt Mystiker Manly Palmer Hall („Reduce Effort“) und der spirituelle Lehrer Rupert Spira („Loving Indifference“). Sie und viele andere Motivationstrainer haben im 20. Jahrhundert eine alte Funktion der Kirche übernommen: mentale Stabilisierung.

Akira atmet geradezu die aktuell wirksamen Ideologien wie etwa den Libertarismus von Elon Musk („If You Don’t Make Stuff There Is No Stuff“) und macht daraus Popsongs. Während etwa Indiepopper NICK LUTSKO kreativ und ironisch mit den seltsamen Aussagen umgeht, die Prominente wie Musk und Politiker in Interviews von sich geben, wiederholt Akira lediglich epigonenhaft die Aussagen von Unternehmern und Pseudointellektuellen, stellt diese aufs Denkmal. 

Als einzige linke Autoren lässt er Noam Chomsky auftreten („Freedom Of Speech“) und Charlie Chaplin. Von letzterem nutzt er in Elektropop den legendären Endmonolog aus Der Große Diktator („The Great Dictator“), wie schon Lofi-HipHop-Kollege AEKASORA mit „Almost There“. Nachdem er dem zum Verschwörungsideologen mutierten MORRISSEY eine ganze EP widmete (Mozwave), ist hier JIM MORRISON („Using Machines“) zu Gitarrenpop zu hören, der vom Ende der Rockmusik spricht. Dieses Durcheinander an Stilen und Autoren entstammt direkt Akiras Kopf.

 

Akira The Don
Meaningwave Masterpieces II
(Selbstvertrieb)
VÖ: 09.10.20

www.akirathedon.com

FacebooktwitterpinterestlinkedintumblrmailFacebooktwitterpinterestlinkedintumblrmail