The Drums – Brutalism

Depression hätte zu seinem zweiten Solo-Album geführt, das zum ersten Mal den berüchtigten Parental Advisory-Hinweis trägt, so JONATHAN PIERCE. Produzent ist diesmal Chris Cody (Beach House, Future Islands).

Schon der simpel trippelnde Opener „Pretty Cloud“ zeigt an, dass der Abschied vom Surfpop endgültig vollzogen ist. Jetzt ist Elektropop wirklich dominant und über den Nostalgie-Sound alter Tage kann man sich fast schon lustig machen („Loner“). So ein Quatsch wurde früher für Popmädchen konzipiert.

Ach Jonny, muss das sein? Auf dem Cover wird wie beim Vorgänger Abysmal Thoughts an Kleidung geschnüffelt, weil dies die Erinnerung an die alte Beziehung zurückbringt („Brutalism“). Ist nicht Brutalismus jener moderne Architekturstil, der den Beton nicht mehr versteckt, sondern hervorkehrt? Ehrlichkeit ist also gefragt und eine hässliche Trennung liegt hinter Pierce. Die wird in „626 Bedford Avenue“ genüsslich ausgerollt und tanzbar.

Der ironische One-Night-Stand „Kiss It Away“ scheint von AHAs „The Sun Always Shines on T.V.“ inspiriert zu sein. Und selbst eine waschechte Akustikballade wird ausprobiert („Nervous“). Lediglich „I Wanna Go Back“ klingt noch nach THE DRUMS.

Irgendwie schielt Jonny auf ein neues Publikum. Brutalism ist sein bisher schwächstes Album, kann aber im Gefühlschaos oder beim Ferienflirt sicher helfen.

 

The Drums
Brutalism
(Anti)
VÖ: 05.04.19

www.thedrums.com

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