BLINK-182 – One More Time…

Echt jetzt? Noch einmal? Nach dem enttäuschenden BLINK-182-Album Nine (2019) nimmt MATT SKIBA wieder den Hut und drückt TOM DELONGE erneut die Gitarre in die Hand. Diesmal hatte MARK HOPPUS‘ Krebserkrankung das einstige Toptrio des US-Poppunk erneut zusammengeführt und Skiba geht im Guten. Die letzte gemeinsame EP mit Delonge Dogs Eating Dogs ist jetzt 10 Jahre her.

Im Titeltrack „One More Time“ entschuldigt sich Tom an der Klampfe bei seinen Kollegen für seine jahrelange Auszeit: „From strangers into brothers, from brothers into strangers ones again. We saw the whole world, but couldn’t see the meaning. I couldn’t even recognize my friends.“ Mark antwortet, man sei ja älter geworden. Im Musikvideo werden sie noch einmal in die Settings ihrer alten Musikvideos gemorpht. Musikalisch ist es der Pop von +44, wie auch bei „Bad News“.

Wer den Blink-182-Sound will, muss lange suchen. Der Opener „Anthem Part 3“ hat ihn schon mal nicht. Der beste Titel des Albums klingt geradezu, als sei er von einer anderen Punkband geschrieben worden. Toms Stimme ist gepresst. Die Gitarrenmelodie klingt eher nach NEW FOUND GLORY. Nur TRAVIS BARKERs Schlagzeug ist unverkennbar.

Noch fremder klingt „Dance With Me“. Das ist Dadrock samt „Olé, Olé, Olé, Olé!“-Gebrüll. Im Video spielen die Blinks ihre großen Vorbilder, die RAMONES nach. „Fell In Love“ ist nach „All Of This“ bereits die zweite Zusammenarbeit mit ROBERT SMITH („Close To Me“). Dass sie große THE CURE-Fans sind, ist bekannt. In dem Requiem für seinen verstorbenen Basstechniker erzählt Mark zudem: „We grew up: Siouxsie and the Banshees 10:15 on a Saturday night.“ Und „You Don’t Know What You’ve Got“ kommt nicht an CINDERELLAs Klassiker „Don’t Know What You Got“ heran, der sicher Vorbild war.

„Terrified“ und „More Than You Know“ klingen wiederum nach dem Poppunk von BOX CAR RACER, bevor mit „Edging“ endlich ein typischer Blink-Titel dazukommt. Ja, die Jungs haben im Laufe ihres Lebens tatsächlich ein gewisses Soundspektrum entwickelt. Inhaltlich wird permanent zurückgeblickt („When We Were Young“, „Childhood“), wodurch man den Herren durchaus ihr Alter anmerkt. Schön ist, dass man ihnen nach zehn Jahren endlich wieder Spielfreude und zwar gemeinsam als Band anmerkt.

 

BLINK-182
One More Time…
(Columbia)
VÖ: 20.10.2023

www.blink182.com

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