Infadels – Universe In Reverse

Infadels - Universe In Reverse

Die INFADELS sind zurück. Wie kam es nur, dass sie nach einem erstaunlichen Start-Up-Erstling doch relativ schnell wieder von der Bildfläche verschwanden? Um sich endlich in den Hörgängen von Konzert- und Partygängern festzusetzen, ist diesmal ein Album entstanden, dass ihre stilistischen Möglichkeiten noch breiter fächert. Universe In Reverse soll ganz klar weiteres Potenzial an Fans ansprechen.

Vor fünf Jahren entdeckten BNANN WATTS (Vocals), MATTHEW CLYMAl GOODERSON (Gitarre) und ALEX BRUFORD (Drums) gemeinsame Interessen, die sowohl in Elektro wie im Rock liegen. Bald darauf sind auch WAG MARSHALL-PAGE (Bass) und RICHIE VERNON (Keys) dabei. Als Combo veröffentlichten sie erste Singles und im Januar 2006 We Are Not The Infadels. Die äußerst clubtauglichen Stücke wie ‚Can‘t Get Enough‘, die zudem Underground-Charakter besitzen, starteten gleich in die Charts.
Während der monatelangen Touren durch die halbe Welt sind nun die Ideen für das neue Album entstanden. WATTS und GOODERSON erstellten das Konzept, und zur Produktion konnte man bewunderte Profis gewinnen, als da wären Youth (VERVE, GUNS‘N‘ROSES,…) und Cenzo Townsend (BLOC PARTY,…).

Der Opener ‚Circus Of The Mind‘ stellt gekonnt die Brücke zu Album Nr. 1 her. Nach Trommelwirbel und Gitarren sind sie wieder da, die Mitgrölchöre. Die Band singt sich, wie’s scheint, in Stimmung.
Eröffnet wird ein Album, das statt auf New Wave eher auf Electronica setzt und sich lieber poppig gibt, nicht mehr so unberechenbar. Die Vorabsingle ‚Make Mistakes‘ zimmert ohne viel Federlesen los und wird natürlich ihren Zug durch die Clubs machen, soll aber vermutlich auch die Charts leichter erreichen. Es wird mit catchy Melodien nur so um sich geworfen, trällernde Gitarrensolis eingesetzt und immer wieder mal tauchen Glöckchen oder ein Pianoruhepart auf. Sänger WATTS ist stimmlich gereift und verzichtet diesmal auf punkiges Geschrei.

Was die Texte angeht, darf man neben all den zu beglückenden Mädchen (‚Free Things For Poor People‘) auch mal nachdenklich klingen, wie bei ‚Play Blind‘. Die Strophenmelodie erinnert ein wenig an GOLDFRAPPS Chillout-Song ‚Road To Somewhere‘, bevor die Gitarren aufjaulen, die man sich allerdings etwas grober gewünscht hätte.
Bei ‚Universe In Reverse‘ oder dem liebestollen ‚Million Pieces‘ darf dank der Elektrosounds mal wieder an DAFT PUNK gedacht werden. Wem hier die funkelnden Ruhemomente nicht genügen, der kann sich auf eine ganze Ballade (‚Don’t Look Behind You‘) mit herzbummernden Pauken freuen.

Wenn BNANN WATTS von Feuerwerken in seinem Kopf singt, meint er das ernst. Knallbunt präsentiert sich Universe In Reverse mit einer Detailfülle, die fast an Eklektizismus reicht. Mal 90er-Jahre-Beats, mal die Garagengitarre – kein Problem, die Hooks stimmen. Mission „Zweites Album“ erfüllt!

INFADELS am 17.10.2008 live in Berlin/ Frannz

INFADELS
Universe In Reverse
(Wall Of Sound/ PIAS/ Rough Trade)
VÖ: 13.06.2008

www.infadels.co.uk
www.myspace.com/infadels

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